Streetprayer Ministries n.e.V

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DAS KÖNIGREICH GOTTES 

 

Teil1 - Einführung

 

Teil2 - Es tobt ein Krieg

Teil3 - Die Gemeinde ist nicht das Königreich

Teil 4 - Kampf im Königreich – Angriff und Gegenangriff

Teil 5 - Kampf im Königreich – Rüste dich!

Teil 6 - Gebet – Lernen, mit Gott zu sprechen

Teil 7 - Lernen, für Gott zu sprechen

Teil 8 - Gottes Reich ist wie… - die Metaphern für das Reich

Teil 9 - Unsere Vollmacht und Autorität im Reich Gottes

Teil 10 - Macht über Dämonen

Teil 11 - Ist Krankheit ein Werk Satans?

Teil 12 - Macht über die Natur und den Tod

 

Teil 13 - Leben zwischen den Zeitaltern – Die Vollendung des Reiches

Teil 1: Einführung                               


Jesus war fokussiert auf das Reich Gottes

Die Theologie vom Reich Gottes ist im Alten Testament verwurzelt. Die Propheten beschrieben das Reich Gottes als eine Zeit, in der die Menschen in Frieden zusammen leben, in der soziale Probleme gelöst sein und in der alles Böse Vergangenheit sein würde. (Jesaja 2:4; 11:6)

Im Neuen Testament stand das Konzept vom Reich Gottes im Mittelpunkt des Dienstes von Jesus. Die Autoren der synoptischen Evangelien (Matthäus, Markus und Lukas) füllten ihre Bücher mit Lehren über das Reich Gottes. Oft fassten sie das Material zusammen, wie es uns der Anfang des Markusevangeliums illustriert: "Nachdem aber Johannes überantwortet worden war, kam Jesus nach Galiläa und predigte das Evangelium vom Reich Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe: Tut Buße und glaubt an das Evangelium!” (Markus 1:14-15) Diese kurze Zusammenfassung von Markus demonstriert den Gedanken der Worte und Werke von Jesus.

Matthäus fasste auf ähnliche Weise zusammen. Kurz und bündig zeigt er den Dienst von Jesus in Matthäus 4:23 und 9:35 als fokussiert auf das Reich Gottes. Jesus selbst fasste auch die Botschaft des Reiches Gottes zusammen als er seinen zwölf Jüngern Anweisungen gab (Matthäus 10:5-15). Das Evangelium vom Reich Gottes ist das einzige Evangelium, das seine Jünger verkündigen sollten. Als Lukas über das Aussenden der siebzig Jünger berichtet (Lukas 10:1-12) verwendet Jesus ähnliche Worte.

Der Begriff “Reich Gottes” kam regelmäßig über die Lippen von Jesus und die Vorstellung vom Reich Gottes war zentral in seiner Verkündigung. Seine Worte sollten uns demonstrieren, wie man in das Reich Gottes eintritt (Matthäus 5:20; 7:21). Seine Werke beglaubigten, dass das Reich Gottes in seinem Dienst gegenwärtig war (Matthäus 12:28). Seine Gleichnisse informieren uns über die Geheimnisse des Reiches Gottes (Matthäus 13:11). Seine Gebete führten seinen Jüngern das Verlangen seines Herzens vor Augen, nämlich dass das Reich Gottes auf die Erde kommen möge (Matthäus 6:10). Sein Tod, seine Auferstehung und seine Rückkehr in den Himmel machten uns zu den Instrumenten des Reiches Gottes (Apostelgeschichte 1:8). Seine Wiederkehr verheißt uns die Vollendung des Reiches Gottes für seine Kinder (Matthäus 25:31, 34).

Im Laufe der Geschichte ist das Reich Gottes auf vielerlei Weise interpretiert worden. Hier ein paar Beispiele:

C.H. Dodd meinte, das Reich Gottes sei völlig im Dienst von Jesus realisiert worden. Das Reich Gottes ist ein irdischer Ort, an dem Gerechtigkeit, Frieden und Freude herrschen. Das sind die Vorteile derer, die ein hingegebenes Leben nach den Regeln des Geistes führen. Er basierte seine Meinung auf Bibelstellen wie Matthäus 12:28, Römer 14:17 und Jesaja 2:4.

Eine zweite Art der Betrachtung über das Reich Gottes ist, dass es sich um einen Ort zukünftiger Segnungen handelt, der sich erst bei der Wiederkunft von Jesus den Kindern Gottes öffnet (1. Korinther 15:50; Matthäus 8:11: 2. Petrus 1:11; Matthäus 25:34). Die Nachfolger von Jesus treten in das Reich Gottes ein wenn er wiederkommt. Das kommende Reich Gottes führt ein Ende der alten Ordnung der Menschheit herbei und beginnt eine neue Existenz in einer himmlischen Ordnung. Somit ist das Reich Gottes gänzlich zukünftig und übernatürlich. Der Hauptvertreter dieser Auffassung war Albert Schweitzer.

Adolph von Harnack schlug eine andere Theorie vor. Für ihn war das Reich Gottes reduziert auf ein subjektives Gebiet. Es handelt sich um einen inneren, geistlichen, erlösenden Segen (Römer 14:17). Das Reich Gottes wird durch die neue Geburt (Johannes 3:3) zum Ausdruck gebracht und ist eine innere Kraft, die in den menschlichen Geist einzieht und ihn erfasst.

Noch eine andere Sicht vom Reich Gottes hatte Augustinus. Er glaubte, das Reich Gottes und die Gemeinde seien ein und dasselbe. Diese Sichtweise ist immer noch verbreitet, was sich schon an unserer Sprache zeigt. Wir sprechen davon, Menschen in das Reich Gottes zu bringen, was ein Synonym für die Gemeinde oder die Kirche ist. Augustinus glaubte, wenn die Gemeinde wachse, so wachse auch das Reich Gottes. Wenn die Gemeinde das Evangelium in die Welt hinaus trägt, wird das Reich Gottes erweitert.

Wieder andere Sichtweisen betonen, das Reich Gottes solle mit den Regierungen und Nationen der Welt verglichen werden (Offenbarung 11:15), das Reich Gottes sei ein Bereich, in den wir hier und jetzt eintreten müssen (Matthäus 21:31), das Reich Gottes sei ein Bereich, in den wir morgen eintreten müssen (Matthäus 8:11) oder das Reich Gottes sei gleichzeitig ein Geschenk Gottes in der Zukunft (Lukas 12:32) und ein Geschenk, das in der Gegenwart angenommen werden muss (Markus 10:15).

Was ist nun das Reich Gottes?

1. Ein Ort: Ein Reich wird normalerweise als ein Gebiet verstanden, über das ein König herrscht. Menschen leben in diesem Reich (ein Ort) und sind dem König unterworfen, der seine Autorität über seine Untertanen ausübt.

2. Herrschaft: Nach dem Lexikon ist ein Reich auch die Herrschaft, die ein König über seine Untergebenen hat. Diese Definition kommt der primären Bedeutung der hebräischen und griechischen Worte in der Bibel näher als das Konzept vom Ort.

Das Reich Gottes im Alten Testament

Dr. James Kallas sagt in seinem Buch Jesus and the Power of Satan dass Jesus das Reich Gottes nie erklärt hat weil seine Zuhörer wussten, was der Begriff bedeutete. Das Alte Testament präsentiert das Reich Gottes im Kontext der jüdischen Erwartung des Messias und der Eschatologie. Die Juden glaubten, Gott werde sie befreien und das war ihre Hoffnung für die Zukunft. Israel erreichte seinen Höhepunkt während der Herrschaftszeit von König David und König Salomo. Danach begann sein Abstieg. Mit dem Tod von Salomo spaltete sich die Nation in zwei Reiche mit einem jeweils eigenen König und einer eigenen Regierung auf. Diese Trennung entfachte in den Juden ein Verlangen danach, dass Gott ihnen die vergangenen Segnungen wiederherstellen möge. Es entwickelten sich zwei Varianten, wie man das Königreich verstand: das davidische Konzept und das apokalyptische Konzept vom Reich Gottes.

Das davidische Konzept vom Reich Gottes

Israels Hoffnung war, dass Gott wieder einen König wie David senden möge. Der Fokus von Israel war militaristisch und geographisch. Israel wollte die Wiederkehr eines nationalistischen Königreiches. Die Propheten des Alten Testaments begannen, die Wendung “der Tag des Herrn” zu gebrauchen. Dabei handelte es sich um ein zweiseitiges Glaubenssystem, das Wiederherstellung und Gericht beinhaltete. Israel glaubte, der „Tag des Herrn“ sei eine Zeit, wo Israel vollkommen wiederhergestellt werden würde (Amos 9:14; Jesaja Kapitel 11; Sacharja 8:4-8). Die Nationen würden gerichtet werden (Amos Kapitel 1). Die Botschaft von Amos kam zustande als das Nordreich nach der Invasion der Assyrer quasi zu existieren aufhörte. Als das Südreich ins Exil ging, blieb die Hoffnung auf militärische und politische Macht und erglänzte wieder neu während der Wiederherstellungsperiode, als Serubbabel, ein Nachkomme von David, König wurde. Diese Hoffnung kommt in Psalm 126 zum Ausdruck. Juda hoffte, der Nachfahre Davids sei derjenige, der ihnen die Herrlichkeit der Herrschaft Davids zurückgeben würde. Haggai und Sacharja spiegelten die Erwartung wider, die Serubbabel umgab. Doch als seine Königsherrschaft versagte, begann die Hoffnung zu schwinden.

Während der Revolte der Makkabäer erlebten diese alten, nationalistischen Sehnsüchte noch einmal einen Aufschwung. Doch der Aufstieg eines davidischen Königs, eines Gesalbten, der sie an die politische und militärische Macht bringen würde, erfolgte nicht. Im Neuen Testament finden wir immer noch einen Überrest derer, die immer noch glaubten, Gott werde Israel als nationalistisches Reich wiederherstellen (Johannes 6:15; Apostelgeschichte 1:6).
Man dachte, das Reich Gottes wäre ein Reich dieser Welt, bevölkert von den Juden. Es war nichts Geistliches oder Zukünftiges daran. Das Reich Gottes war ein Traum vom jüdischen Nationalismus.

Das apokalyptische Konzept vom Reich Gottes

Die zweite Sichtweise entwickelte sich in der Zeitspanne von 404 v. Chr. bis 6 n. Chr. Damals kam innerhalb des Judentums eine neue Art von Schriften auf, die man apokalyptische Literatur nannte und der Begriff „Reich Gottes“ wurde populär und oft verwendet. Die Hoffnung starb nicht. Sie nahm nur eine andere Sprache mit modifizierter Bedeutung an. Die Propheten hofften auf ein nationalistisches Reich während die Hoffnung der apokalyptischen Autoren auf ein himmlisches Reich gerichtet war, welches dieses gegenwärtige, böse Zeitalter beenden würde. Eine neue Welt würde in die gegenwärtige Welt einbrechen und die Herrschaft Gottes herbeiführen. Diese Sicht entwickelte die Überzeugung, dass Satan dieses gegenwärtige, böse Zeitalter beherrscht. Als Antiochus Epiphanes seine Verfolgung Israels aufnahm (175-164 v. Chr.), begann diese Sichtweise zu florieren. Diese entsetzliche Flut des Bösen konnte nur die Folge eines kosmischen Konflikts sein. Das Böse war dabei, zu gewinnen. Das Gute war dabei, zu verlieren. Das Dämonische und Krankheit hatten die Herrschaft. An diesem Punkt begann sich das Bewusstsein der Juden für böse Geister zu entwickeln. Die Bücher dieser Periode gaben uns einen Einblick in die Überzeugungen der Menschen jener Zeit. In Henoch 54:3-6 wird Satan als der Herrscher eines Reiches des Bösen mit vielen Nachfolgern – den Dämonen – dargestellt. Das Buch Jubilee 23:29 spricht von einem kommenden goldenen Zeitalter, in dem Gott selbst sein Reich aufrichtet und die Übel Satans umkehrt. Das Gute würde triumphieren, Heilung würde erfolgen und das Dämonische würde besiegt werden.



Es ist immer wichtig, Gelerntes anzuwenden. Bitte den Heiligen Geist, dir zu helfen.


•Wie hast du selbst bisher das Reich Gottes verstanden?

•Wie fügt sich der Gedanke des jüdischen Nationalismus in das derzeitige Glaubenssystem ein, das eine
Notwendigkeit dafür sieht, dass Israel das Kernstück ist, durch das Gott die Endzeit bestimmt?



weiter zu Teil2

 

 

 

Teil 2: Es tobt ein Krieg!
 

                             


Das Reich Gottes im Neuen Testament

Im Neuen Testament kann man erschreckt werden von dem offenbaren Krieg, in den Jesus sofort hineingezogen wird. Johannes der Täufer proklamierte, dass einer kommen würde, mit dem das Zeitalter des Geistes einziehen würde. Die Worte von Jesus im Markusevangelium machen deutlich, dass das Reich Gottes mit Jesus angekommen war. Die Worte und Werke von Jesus bilden eine Einheit, in der über das Reich Gottes gesprochen wird und in der es auch demonstriert wird. In Jesus haben wir die Gegenwart der Zukunft. Jesus hat die Herrschaft Gottes von der Zukunft in die Gegenwart gebracht. Wir leben nun in der Gegenwart der Zukunft. Die Gemeinde lebt zwischen den Zeiten; sie lebt zwischen der Einführung und der Vollendung des Reiches Gottes.

Dieses Konzept des “Jetzt schon aber doch noch nicht” zieht sich durch das gesamte Neue Testament. Matthäus 12:28 illustriert es mit den Worten: Wenn ich aber die Dämonen durch den Geist Gottes austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen. Paulus schreibt in 1. Korinther 15:24 dazu: ... danach das Ende, wenn er das Reich Gott dem Vater übergibt, wenn er abgetan hat jede Herrschaft, Gewalt und Macht. Johannes schreibt in 1. Johannes 3:2 Geliebte, wir sind nun Gottes Kinder, und noch ist nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen aber, dass, wenn Er offenbar werden wird, wir Ihm ähnlich sein werden. Was Jesus tat war genauso wichtig wie das, was er sagte. Die heutigen Christen sind oft mehr mit dem beschäftigt, was er gesagt hat und vergessen nur allzu oft. Dass das, was er tat, dieselbe Botschaft in sich trug. Er lehrte genauso viel durch seine Werke wie durch seine Worte.

Was tat Jesus in seinem Dienst?

Das Markusevangelium macht deutlich, dass die Mission von Jesus darin bestand, die Aktivität von Satan in der Welt zu zerstören. Er gab seinen Zuhörern eine optische Illustration des Reiches Gottes durch seinen Dienst der Heilung der Kranken und des Austreibens von Dämonen. Jesus und Satan waren in einem kosmischen Konflikt, der in dem Kampf um den Besitz und die Herrschaft im Leben von Menschen ausgetragen wurde. In gleicher Weise waren auch noch andere Kämpfe im Gange: Hunger (Johannes Kapitel 6), Naturkatastrophen (Markus 4:35-41), Krankheit (Lukas 7:21) und Tod (Lukas 7:11-17).

Matthäus 12:22-31 demonstriert klar, dass der Krieg zwischen Jesus und Satan kein Bürgerkrieg innerhalb eines Reiches ist. Es handelt sich vielmehr um einen Krieg zwischen dem Reich Gottes und dem Reich Satans. Der Starke, Satan, wird gebunden, damit sein Haus (Satans Reich) geplündert werden kann. Die Macht wird gezügelt, jedoch nicht völlig kraftlos gemacht (Matthäus 16:23; Markus 8:33).

In seinem Buch The Real Satan sagt Dr. James Kallas: "Ein Kampf tobt! Ein kosmischer Krieg! Jesus ist der von Gott gesandte, göttliche Angreifer, der die Macht Satans zerschlagen soll. In diesem Licht entfaltet sich der gesamte Dienst von Jesus. Jesus hat ein Ziel- Satan zu besiegen. Er nimmt die Stärke des Feindes ernst." Jesus hat den Krieg gewonnen, doch es sind immer noch Schlachten zu schlagen. Jesus gab seinen Jüngern den Auftrag, weiterhin in ihrem Leben und in ihrer Verkündigung die Herrschaft Gottes in die Welt zu bringen (Lukas 10:8-9). In ihrer Verkündigung und ihren Wundern sah Jesus Satans Niederlage (Lukas 10:18). Die letzten Worte von Jesus an seine Jünger (Apostelgeschichte 1:1-8) demonstrieren, dass er seine Jünger bevollmächtigte, mit den Aufräumarbeiten des Krieges weiterzumachen.

Eine Illustration aus dem Buch Christ and Time von Oscar Cullmann wird uns helfen, dieses Konzept der Aufräumarbeiten zu verstehen. Er erzählt eine Geschichte aus dem Zweiten Weltkrieg. Am 6. Juni 1944 war der Ausgang des Krieges entschieden. Doch der Krieg hörte offiziell erst am 7,-8. Mai 1945 auf. Zwischen diesen beiden Daten – fast ein Jahr lang – wurden immer noch Kämpfe ausgetragen und Leben gingen verloren. Tatsache ist, das während dieser Periode sogar mehr Leben verloren gingen als in jeder anderen Periode während des Krieges. Obwohl die Kämpfe weitergingen, war der Krieg bereits entschieden. So war es auch mit Jesus. Die Erde gehörte ihm. In seiner Geburt, seinem Leben und Tod, in seiner Auferstehung und Himmelfahrt hatte Gott Satan gestürzt. Gott richtete seine Flagge in der Form eines Kreuzes auf und Jesus sagte: "Es ist vollbracht." Der Krieg ist vorbei, doch die Nachwehen dauern immer noch an und das wird auch noch bis zur Wiederkehr von Jesus so bleiben.

Die gegenwärtigen und zukünftigen Aspekte des Reiches Gottes zu verstehen bedeutet auch, das Thema zu begreifen, aus dem der Dienst von Jesus und die Schriften des Neuen Testaments strömen. Wir leben in der Gegenwart der Zukunft, im „Jetzt schon aber doch noch nicht.” Wenn wir irgendeinen Abschnitt aus dem Neuen Testament lesen, müssen wir unsere Brille des Reiches Gottes aufsetzen und unter diesen Voraussetzungen Fragen stellen. Das Reich Gottes war im Alten Testament. Es kann deutlich demonstriert werden, dass das Reich Gottes in Ereignissen wie dem Auszug aus Ägypten und Israels Gefangenschaft in Babylon zu sehen ist. Gott handelte in königlicher Macht um seine Kinder zu befreien und zu richten. Das Reich Gottes kam ein für allemal in der Person und in den Werken von Jesus Christus in die Geschichte.

Zwei Arten, das Reich Gottes im Neuen Testament zu sehen

Es gibt zwei Arten, wie man das Material des Neuen Testaments bezüglich des Reiches Gottes betrachten kann – auf Satan gerichtet und auf Gott gerichtet.

Auf Satan gerichtet: Diese Sichtweise nimmt den Gedanken ernst, dass Jesus in die Welt kam um gegen Satan Krieg zu führen. Die Neigung des westlichen Christen ist es, die übernatürlichen Ereignisse der Bibel auf eine von drei Weisen anzunehmen:

1.Diese Dinge passierten damals, aber sie passieren heute nicht mehr.
2.Diese Dinge passierten damals und sie passieren heute immer noch.
3.Diese Dinge sind nie passiert wie sie überliefert wurden, deshalb können sie auch heute nicht passieren.

Das Material des Neuen Testaments wird von der Perspektive aus betrachtet, dass der Dienst von Jesus in einem auf der Erde ausgetragenen kosmischen Krieg auf Satan abzielte.

Auf Gott gerichtet: Hier sieht man die Mission von Jesus darin, uns Erlösung zu bringen und unsere Gemeinschaft mit Gott wiederherzustellen.

Welche Sichtweise? Beide Sichtweisen sind legitim.


•Die Inhalte der Evangelien nach Matthäus, Markus und Lukas sowie die Paulusbriefe sind zu 80% auf Satan
gerichtet und zu 20% auf Gott gerichtet.
•Die Inhalte des Johannesevangeliums, des Hebräerbriefes und der Offenbarung sind zu 80% auf Gott gerichtet
und zu 20% auf Satan gerichtet.


Beide Interpretationen sind wahr. Es ist eine Tatsache, dass man biblische Wahrheit nie bewerten kann indem man eine Wahrheit über eine andere stellt. Beide Wahrheiten müssen in Spannung gehalten werden. Wenn man sie trennt, ist es nicht so, dass sie dann beide nur die halbe Wahrheit enthalten, sondern sie sind beide nicht mehr wahr, sondern verzerrt.

Um das Reich Gottes richtig zu verstehen müssen wir beide Sichtweisen im Auge behalten. Innerhalb der auf Satan gerichteten Sichtweise wird die Gemeinde als die Armee Gottes gesehen, die die Säuberungsmission bis zur Wiederkehr des Königs weiter ausführt. In der auf Gott gerichteten Sichtweise wird die Gemeinde als der funktionierende Leib des Königs gesehen, der auf der Erde zurückblieb um Außenstehenden mit Erlösung zu dienen und für diejenigen innerhalb des Leibes zu sorgen.



Es ist immer wichtig, Gelerntes anzuwenden. Bitte den Heiligen Geist, dir zu helfen.



•Wo ordnest du dich auf einer Skala von 1 bis 10 ein, sowohl bei der auf Satan gerichteten Sichtweise als auch bei
der auf Gott gerichteten Sichtweise?

•Welche Sichtweise spricht dich mehr an und warum?
 

Teil 3: Die Gemeinde ist nicht das Königreich!
 

                                   


Das Königreich und die Gemeinde

Wie soll man das Reich Gottes und die Gemeinde identifizieren? Sind das zwei verschiedene Dinge oder ein und dasselbe? Wenn es zwei verschiedene Dinge sind, wie ist dann ihre Beziehung zueinander? Das sind wichtige Fragen, gerade im Hinblick auf die heutige Sprache, die oft andeutet, dass diese beiden Begriffe und Konzepte austauschbar sind.

Es war Augustinus, der zuerst das Reich Gottes mit der Gemeinde (Kirche) gleichsetzte. Dieser Gedanke ist seit der Reformation beibehalten worden. Es ist gesagt worden, Jesus sei gekommen um das Reich Gottes zu verkündigen, das Ergebnis sei aber dann die Gemeinde gewesen. Einige theologische Systeme betrachten die Gemeinde und das Reich Gottes noch immer als ein und dasselbe. In unserer heutigen Sprache sagen wir auch manchmal Dinge wie „Lasst uns das Reich Gottes aufbauen“ wenn wir im Sinn haben, die Gemeinde zu erweitern. Es ist meine Überzeugung, dass Jesus in dieses gegenwärtige, böse Zeitalter mit seiner Königsherrschaft (dem kommenden Zeitalter) eindringen sollte. Das war ein Teil seiner Mission. Diejenigen, die sich dann entschieden haben, die Proklamation der Herrschaft Gottes anzunehmen, machen in der Folge die Gemeinde aus.

Der Überrest ist die Gemeinde

Jesus scheint seine Mission nicht mit dem Fokus begonnen zu haben, eine neue Bewegung innerhalb oder außerhalb von Israel zu beginnen. Er kam als ein jüdischer Mensch zu jüdischen Menschen. Er akzeptierte die Autorität der Schriften des Alten Testaments als bindend. Er passte sich den Praktiken des Tempels an. Er betete in der Synagoge an. Er lebte und arbeitete als Jude. Obwohl er manchmal über das jüdische Territorium hinaus reiste, bestand er darauf, dass es seine Mission war, zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel zu gehen (Matthäus 15:24). Als er seine Jünger zum Dienst aussandte, forderte er sie auf, nur nach Israel zu gehen (Matthäus 10:5-6).

Es gibt aber mindestens drei Ausnahmen von dieser Regel:

•die Samariterin (Johannes 4:1-42)
•der Diener des Hauptmannes (Matthäus 8:5-13)
•die Kanaaniterin (Matthäus 15:21-28)

Diese drei Geschichten scheinen allesamt abgemilderte Umstände aufzuweisen, die danach verlangten, dass Jesus außergewöhnliche Schritte machte.

Seine zentrale Mission war es, Israel zu verkünden, dass Gott aktiv war um seine Verheißungen zu erfüllen und Israel in seine wahre Bestimmung als seine Kinder zu führen.

Ablehnung
Israel lehnte die Botschaft von Jesus über das Reich Gottes ab. Seine Proklamation kam schon früh in seinem Dienst (Markus 1:14-15) und hatte sofortige Verleugnung zur Folge (Markus 3:1-6), was sie während des weiteren Verlaufs seines Dienstes nur noch intensivierte und seinen Höhepunkt in seinem Opfertod am Kreuz hatte.

Überrest
Während Israel als Ganzes das Angebot von Jesus – das Reich Gottes – zurückwies, reagierte eine kleine Gruppe, ein Überrest, im Glauben. Die jüdische Vorstellung von Jüngerschaft bestand darin, nach Hingabe an die Thora (die ersten fünf Bücher des Alten Testaments) aufzurufen. Die Vorstellung, die Jesus von Jüngerschaft hatte, rief nach einer Hingabe an ihn selbst und seine Botschaft auf.

Die Gemeinde und das Königreich

Obwohl Jesus Israel das Reich Gottes als ein Angebot zur Erfüllung seiner wahren Bestimmung verkündete und Israel ablehnte, so wurde die Mission dennoch in jenen Nachfolgern erfüllt, die seine Botschaft annahmen und seine Jünger wurden. Diese Jünger sollten als die Gemeinde bekannt werden, das wahre Israel Gottes. Die Auswahl dieser zwölf Jünger durch Jesus war ein vorgeführtes Gleichnis, in dem Jesus beglaubigte, dass er eine neue Versammlung aufrichtete, die die Nation Israel ersetzen sollte, die seine Botschaft abgelehnt hatte. Fünf Illustrationen machen dieses Konzept deutlich:


•Das Reich Gottes und die Gemeinde sind nicht dasselbe, da das Reich Gottes (seine Herrschaft)
dynamisch ist. Die Gemeinde besteht aus denjenigen, die vom König des Reiches Gottes regiert werden, doch
sie selbst ist nicht das Königreich.
•Das Reich Gottes und die Gemeinde sind nicht dasselbe. Die Schreiber des Neuen Testaments setzten die
Gemeinde nie mit dem Reich Gottes gleich. Ihre ersten Prediger verkündeten nie die Gemeinde, sondern das
Königreich (Apostelgeschichte 8:12; 19:8; 20:25; 28:23, 31). Man wird große Schwierigkeiten haben, das Wort
Gemeinde in diesen Versen gegen das Wort Königreich oder Reich Gottes auszutauschen. Es gibt nirgendwo
auch nur den geringsten Hinweis darauf, dass die sichtbare Gemeinde entweder selbst das Reich Gottes sein
oder dieses hervorbringen kann. Man kann daher sicher sagen: die Gemeinde, das sind die Bürger des Reiches
Gottes, aber nie das Reich Gottes selbst.
•Das Reich Gottes schafft die Gemeinde. Die Herrschaft Gottes, wie sie in den Worten und Werken von Jesus
demonstriert wird, konfrontierte die Menschen und forderte sie auf, zu reagieren und unter seine Herrschaft zu
kommen und eine neue Beziehung mit ihm als König einzugehen (Markus 3:31-35). Wenn die mächtige
Herrschaft Gottes einen Menschen befruchtet, wird dieser zu einem Teil des Leibes Christi – der Gemeinde –
gemacht.
•Die Mission der Gemeinde ist es, das Reich Gottes zu bezeugen. Die Gemeinde kann nicht das Reich
Gottes bauen oder selbst das Reich Gottes werden. Die Gemeinde ist das Gefäß, durch das die mächtigen,
erlösenden Taten von Jesus ausgeführt werden. Das wird illustriert in dem Missionsauftrag Jesu an die zwölf
Jünger (Matthäus Kapitel 10) und die siebzig anderen (Lukas Kapitel 10). Die Verkündigung der Apostel in der
Apostelgeschichte bekräftigt das.


Die Gemeinde sollte aller Menschheit Zeugnis über das Reich Gottes ablegen. Die siebzig Jünger, die Jesus aussandte, waren symbolisch. Die jüdische Überlieferung ging davon aus, dass es siebzig Nationen in der Welt gab und dass die jüdische Thora zuerst in siebzig Sprachen gegeben worden war. Die Aussendung von siebzig Missionaren scheint eine implizite Forderung zu sein, dass die Botschaft von Jesus nicht nur von Israel gehört werden muss, sondern von der ganzen Menschheit.

Die Zurückweisung von Gottes Angebot des Reiches Gottes durch Israel wurde unumkehrbar. Jesus kündigte nüchtern an, dass Israel nicht länger das Volk der Herrschaft Gottes sein solle. Ihr Platz würde von anderen eingenommen werden, die sich als vertrauenswürdig erwiesen (Markus 12:1-9; Matthäus 21:43). Dies war die Einbeziehung der Heiden.

Da die Gemeinde die Empfängerin des Lebens und der Gemeinschaft des Reiches Gottes ist, besteht eine ihrer vielen Zwecke darin, in diesem bösen Zeitalter das Leben und die Kraft des zukünftigen Zeitalters zu demonstrieren. Die Gemeinde lebt sozusagen in zwei Zeitaltern gleichzeitig. Wir sind das Volk des kommenden Zeitalters, das in diesem gegenwärtigen, bösen Zeitalter lebt. Die Gemeinde muss ein Modell darstellen, welches das Leben der zukünftigen, perfekten Ordnung zeigt.  


•Die Gemeinde ist ein Kanal, durch den das Reich Gottes handelt. Durch die Gemeinde werden die Werke
des Reiches Gottes umgesetzt (Matthäus 10:8; Lukas 10:17). Das macht die Jüngerschaft so wichtig. Die
Gemeinde hat oft darin versagt, wahre Jünger Jesu heranzuziehen. Die Gemeinde neigt dazu, Charakter und
Gemeinschaft in den Vordergrund zu stellen, zu Lasten der Dienste des Reiches Gottes wie Gebet für die
Kranken und Austreiben von Dämonen. Doch die Proklamation des Reiches Gottes muss kombiniert in Worten
und Werken erfolgen.


Verantwortung und Autorität

Jesus ließ die Schlüssel zum Königreich in den Händen von Petrus (Matthäus 16:19). Der Hintergrund dieser Vorstellung kommt aus Jesaja 22:22, wo Gott Eljakim die Schlüssel zum Haus Davids gab und ihn mit dessen Obhut beauftragte. Die Kunst der Obhut wird oft als ein Bewahren oder Beschützen verstanden. Wir dürfen nicht den Fehler des dritten Dieners in dem Gleichnis von Jesus machen, das in Matthäus 25:13-40 aufgezeichnet ist. Dieser Diener empfing sein Talent, bewahrte es indem er es vergrub und zog dadurch den Zorn seines Herrn auf sich. Jesus definierte Obhut neu, so dass diese Aufgabe auch Investieren und Riskieren beinhaltet.

Nach Aussage von Jesus ist die Gemeinde auf dem Felsen seines Daseins als Messias aufgebaut. Die Hölle kann dagegen nichts ausrichten. Um sicherzustellen, dass die Gemeinde ihre Autorität begreift, hat Jesus in Matthäus 16:19 gesagt: Und ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; und was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein; und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein. Das Lösen kennzeichnet das Befreien derer, die unter der Herrschaft Satans sind. Das Binden bedeutet, Satan daran zu hindern oder ihm zu verbieten, der Gemeinde Schaden zuzufügen. Binden und Lösen bedeuten nicht, dass Gott automatisch tun wird, was die Gemeinde spricht. Binden und Lösen bedeuten, dass die Gemeinde in diesem Zeitalter tut und umsetzt, was der Vater für das kommende Zeitalter bereits bestätigt und beschlossen hat. Die Gemeinde ist aufmerksam, um zu verstehen, was Gott tut und bindet dann, was er gebunden hat und löst, was er gelöst hat.

Zusammenfassung
Das Reich Gottes ist seine Herrschaft und Regierungsgewalt. Die Gemeinde ist die Gemeinschaft derer, die die Herrschaft Gottes erfahren haben und in seine Segnungen eingetreten sind. Das Reich Gottes erzeugt die Gemeinde, arbeitet und wirkt durch die Gemeinde und demonstriert durch die Gemeinde vor der Welt die Herrschaft Gottes. Das Reich Gottes ist nicht die Gemeinde und die Gemeinde ist nicht das Reich Gottes.



Es ist immer wichtig, Gelerntes anzuwenden. Bitte den Heiligen Geist, dir zu helfen.



•Wie oft tauschst du die Begriffe „Reich Gottes“ und „Gemeinde“ aus? Welchen Unterschied macht dabei die
Sprache?

•Was ist deine Verantwortung als Bürger des Reiches Gottes?
•Weist dein christliches Leben sowohl Worte als auch Werke auf?
•In welcher Weise bist du persönlich ein Zeuge für das Reich Gottes?

 

Teil 4: Kampf im Königreich – Angriff und Gegenangriff
 

                    

Es tobt ein Krieg! Die auf der Erde lebenden Menschen sind auf dem Schlachtfeld. Der Feind begreift nicht, dass er bereits besiegt wurde. Gott pflanzte ein Kreuz auf Erden und kündigte an, dass er herrscht. Der Krieg ist definitiv gewonnen worden! Doch es gibt immer noch kleinere Kämpfe zwischen dem Reich Gottes und dem Reich Satans. Wir können das illustrieren indem wir beobachten, wie Kämpfe in Form von Angriff und Gegenangriff ausgetragen werden. Wir sollten verstehen, dass Satans Streitkräfte zum Gegenangriff ausholen werden nachdem wir die Festungen Satans angegriffen haben. Das Leben und der Dienst von Jesus dienen als Modell für die Gemeinde, um diese Strategie besser zu verstehen.

Der Überrest ist die Gemeinde

Jesus ernannte seine zwölf Jünger (Markus 3:13-15). Bis zu diesem Punkt hatte Markus in seinem Bericht die Predigten und Taufen von Johannes aufgeführt (Markus 1:1-8), die ermächtigende Gegenwart des Geistes im Leben von Jesus (Markus 1:9-11), den Kampf zwischen Satan und Jesus in der Wüste (Markus 1:12-13) und die Proklamation von Jesus, dass die Zeit für das Reich Gottes gekommen sei (Markus 1:14-15). In den letzten beiden Ereignissen wurden die Kampflinien gezogen. Satan hatte Jesus in der Wüste angegriffen und die Reaktion von Jesus war die Proklamation des Reiches Gottes als Anschlag gegen Satan und seine Domäne. Der Krieg hatte begonnen!

Angriff: Jesus im Kampf

Die nachfolgende Berichterstattung von Markus offenbart die Invasion des Reiches Gottes in dieses gegenwärtige, böse Zeitalter. Jesus trieb in Kapernaum einen Dämon aus (Markus 1:21-28), heilte die Schwiegermutter von Petrus indem er das Fieber als eine dämonische Macht ansprach (Markus 1:29-31), heilte die Kranken und trieb viele Dämonen aus (Markus 1:32-34), ging durch Galiläa, predigte in den Synagogen und trieb dort Dämonen aus (Markus 1:39) und reinigte einen Aussätzigen (Markus 1:40-45). Am Ende von Kapitel 1 des Markusevangeliums kündigte Jesus an, dass das Reich Gottes in seinen Werken angebrochen war.

In Markus Kapitel 2 setzt Jesus den Angriff fort. Markus berichtet von zwei Attacken: die Heilung eines Gelähmten und die Heilung des Mannes mit der verdorrten Hand. Markus zeigt auf, wie die religiöse Gemeinschaft auf Jesus reagierte. Als Jesus den gelähmten heilte, waren die Schriftgelehrten erstaunt und gaben Gott die Ehre (Markus 1:1-12). Doch bis zum Ende des Abschnittes ist die religiöse Gemeinschaft antagonistisch geworden und ihre Führer treffen sich um zu überlegen, wie sie Jesus umbringen können (Markus 3:6). Die Zusammenfassung dieses Kampfes wird uns in Markus 3:7-12 gegeben. Dort heißt es, dass viele geheilt wurden und dass viele Dämonen ausgetrieben wurden. Die ersten drei Kapitel des Markusevangeliums zeigen, wie Jesus einen Gegenangriff auf den Feind startet nachdem er von Satan in der Wüste angegriffen worden war.

Gegenangriff: Satan im Kampf

Jesus begann, seine Kriegsbemühungen zu multiplizieren indem er mit einer bestimmten Absicht zwölf Jünger auswählte (Markus 3:13-15). Diese Jünger sollten eine Beziehung mit ihm haben und mit ihm in den Kampf ziehen (Aussendung zum Predigen und Ausstattung mit der Autorität, Dämonen auszutreiben). Allein zu Hause, wird Jesus wieder vom Feind angegriffen. Der erste Angriff kam von seiner Familie. Sie dachten, er sei verrückt (Vers 21). Der zweite Angriff kam von den religiösen Führern. Sie beschuldigten ihn, von Dämonen besessen zu sein (Vers 30; siehe auch Johannes 10:20). Diese Angriffe waren offensichtliche Frontalangriffe und sollten verhindern, dass Jesus seine Angriffe auf das Reich Satans fortsetzen würde.

Angriff und Gegenangriff in der Lehre von Jesus

Jesus verstand die Fähigkeit von Satan zum Gegenangriff. In Lukas 11.24-36 lehrte er, dass eine dämonische Macht zurückschlagen wird. Er erzählte seinen Zuhörern, dass ein ausgetriebener Dämon mit sieben anderen, die schlimmer sind als er selbst, zurückkommen wird, um zu versuchen, seinen ehemaligen Wohnort wieder einzunehmen.

Die Fähigkeit des Feindes zum Gegenangriff wird auch in der Lehre von Jesus über die Größe von Johannes dem Täufer hervorgehoben (Matthäus 11:11-15). Johannes der Täufer war der Erste, der verkündigte, dass das Reich Gottes gekommen sei (Matthäus 3:2). Seine Ankündigung war eine Kriegserklärung! Jesus sagte in Matthäus 11:12 „Aber von den Tagen Johannes des Täufers an bis jetzt leidet das Himmelreich Gewalt, und die, welche Gewalt anwenden, reißen es an sich.“ Das Himmelreich und das Reich Gottes sind ein und dasselbe (siehe Lukas 16:16).

Von dem Zeitpunkt an, als Johannes der Täufer proklamierte, das Reich Gottes sei gekommen und damit Satan den Krieg erklärte, hatten die Kinder des Reiches Gottes Gewalt erlitten. Gewalttätige, dämonische Mächte, die dem Fortschreiten des Reiches Gottes durch die Worte und Taten Jesu Widerstand leisteten, plünderten Mitglieder des Reiches Gottes.

Wir finden im Neuen Testament den Gedanken nicht, dass Satan das Reich Gottes angreift oder seine Macht gegen das Reich Gottes selbst ausspielt. Er kann seinen Kampf nur gegen die Söhne und Töchter des Reiches Gottes ausrichten. Gott ist der Angreifer. Satan ist in der Defensive. Dass Satan jedoch nicht direkt das Reich Gottes bekämpfen kann (er kann nicht in den Himmel aufsteigen und Gott direkt angreifen), besagt nicht, dass er nicht die Bürger des Reiches Gottes angreift. Das tut er nämlich und zwar mit großer Effektivität, wenn wir uns seiner Methoden nicht bewusst sein.  

Satan schlägt zurück wenn sein Reich durch das Reich Gottes angegriffen wird. Jesus lehrte dies im Gleichnis vom Sämann (Matthäus 13:18-23; Markus 4:19). Als er nach der Bedeutung dieses Gleichnisses gefragt wurde, erwiderte er, dass Satan kommt und das Wort raubt (er bekämpft die Ausbreitung des Reiches Gottes). Im Gleichnis vom Weizen und vom Unkraut (Matthäus 13:24-30) erklärt er, dass das Unkraut die Söhne Satans sind und der Feind, der sie gesät hatte, war der Teufel.

Wenn wir die Festungen von Satans Reich durch die Herrschaft Gottes angreifen, können wir erwarten, dass er zum Gegenangriff ausholt. Er wird immer versuchen, das Werk von Jesus in unserem Leben zu annullieren. Paulus verwendet die Metapher von Soldaten in einer Armee wenn er die Epheser drängt, “die ganze Waffenrüstung Gottes anzulegen.” Danach ermahnt Paulus die Gläubigen, „fest zu stehen und zu kämpfen“ (Epheser 6:10-18). Gott hat uns offensive und defensive Waffen zur Verfügung gestellt. Mit ihnen können wir sowohl angreifen als auch Gegenangriffe aus Satans Reich abwehren.  



Es ist immer wichtig, Gelerntes anzuwenden. Bitte den Heiligen Geist, dir zu helfen.


•Wo versucht der Teufel, zurück zu gewinnen, was er in deinem Leben verloren hat?
•Wie raubt Satan das Wort der Königsherrschaft in deinem Leben? 

 

Teil 5: Kampf im Königreich – Rüste dich!
 

                                      


Der Epheserbrief ist zweigeteilt!

Der Epheserbrief ist wie die andren Paulusbriefe auch in zwei Teile untergliedert: Theologie und Praxis. Die ersten drei Kapitel demonstrieren, dass der Plan des Vaters für uns die Adoption als Kinder war. Die letzten drei Kapitel sagen uns, wie wir unser adoptiertes Leben ausleben sollen.

Im Übrigen...

Der Begriff im Übrigen könnte auch mit für die restliche Zeit übersetzt werden. Paulus sagt hier, dass die gesamte Zeitspanne zwischen dem ersten Kommen von Jesus zur Einführung des Reiches Gottes und dem zweiten Kommen von Jesus zur Vollendung des Königreiches durch einen Konflikt gekennzeichnet ist. Darum sollen wir für die verbleibende Zeit „stark im Herrn sein und in der Macht seiner Stärke“ (Epheser 6:10). Das ist ein Bild göttlicher Befähigung.

Seid stark...

Diesen Satz könnte man übersetzen: Werdet fortwährend innerlich gestärkt durch die Auferstehungskraft von Jesus.

Zieht an...damit

Zieht an bedeutet mit Kleidung bedecken. Das ist ein Lieblingsausdruck von Paulus (Römer 13:12-14; 1. Korinther 15:53-54; 2. Korinther 5:3; Galater 3:27; Epheser 4:24; 6:11-14; Kolosser 3:10-12; 1. Thessalonicher 5:8). Damit (für den Zweck), dass ihr euren Stand gegen die Kunstgriffe des Teufels einnehmen könnt (Vers 11). Das Wort Kunstgriffe könnte man auch mit Strategien übersetzen. Der Feind ist taktisch gewitzt und raffiniert betrügerisch. Sein Plan für dein Leben ist Zerstörung.

Denn unser Kampf...

Fleisch und Blut bedeutet Menschen. Wir kämpfen nicht gegen Menschen, sondern gegen die Mächte hinter ihnen, die Menschen dazu treiben, niederträchtige Taten zu begehen. Paulus gibt uns eine vollständige Beschreibung der Feinde, mit denen wir uns in kontinuierlichem Konflikt befinden. Sie sind mächtig, verdorben und durchtrieben. Wir kämpfen:

•gegen Herrschaften: hochrangige geistliche Wesen, die den Zugang vom Himmel zur Erde blockieren.
•gegen Gewalten: ein anderer Ausdruck für dieselben Wesen, wie unter „Herrschaften“ aufgeführt.
•gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis: eine Metapher für den Teufel.

•gegen geistliche Mächte der Bosheit in der Himmelswelt: das bezieht sich auf durch Dämonen aktivierte,
völlig verdorbene Gräueltaten wie z.B. extreme sexuelle Perversion, Okkultismus und Satansanbetung, die aus
der übernatürlichen Sphäre kommen, in der Satan vorübergehend regiert.


Wacklige Gläubige, die keinen festen Stand haben, sind leichte Beute für den Teufel.

Ergreift...

Dieses Wort meint etwas anderes als zieht an. Es bedeutet, eine Sache aufzunehmen um sie zu benutzen. Paulus verschafft uns einen detaillierten Blick auf die für den Gläubigen in diesem fortwährenden Konflikt verfügbaren Waffen. Es sind sechs Hauptstücke: der Gürtel, der Brustpanzer, die Stiefel, der Schild, der Helm und das Schwert. Jedes symbolisiert eine geistliche Waffe: Wahrheit, Gerechtigkeit, die gute Nachricht des Friedens, Glaube, Erlösung und das Wort Gottes. Im Alten Testament werden zwei dieser Gegenstände gebraucht um Gott als einen Krieger darzustellen, der kämpft um sein Volk zu verteidigen. Er zieht Gerechtigkeit als seinen Brustpanzer an und setzt den Helm des Heils auf seinen Kopf. Er zieht die Gewänder der Rache an und hüllt sich in Eifer wie in einen Mantel (Jesaja 59:17).

Gott wird im Alten Testament so dargestellt, dass er genau die Stücke der Rüstung hat, die er auch seinen Kindern gibt. Paulus sagt: wenn diese Rüstung gut genug für Gott war, dann ist sie auch gut genug für seine Kinder. Diese Gegenstände einer Rüstung sind alles, was der Gläubige braucht. Er muss nicht jeder neuen christlichen Modewelle hinterherlaufen um den Feind zu bekämpfen. Wir haben bereits alles, was wir brauchen.

Die Armee Gottes

Paulus benutzte diese Metapher im Epheserbrief als er sich auf die sechs Stücke der Ausrüstung bezog, die ein römischer Soldat benutzte und die analog zu den Waffen sind, die ein christlicher Soldat zur Verfügung hat (Epheser 6:10-17). Die Gemeinde ist die Armee Gottes, durch die Gott seine Herrschaft in dieses gegenwärtige, böse Zeitalter bringt. Hier ist unsere Ausrüstung. Lege sie an!

Der Gürtel der Wahrheit
Der römische Soldat benutzte seinen Gürtel um seine Tunika festzuhalten, damit sie nicht inmitten eines Kampfes umher flog und ihn behinderte. Der Gürtel eines römischen Soldaten wurde auch gebraucht um seine Waffen zu halten: das Langschwert und das Kurzschwert.

Paulus setzt den Gürtel in Beziehung zur Wahrheit. Wahrheit ist Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit und stellt das Gegenteil von Falschheit, Hinterlist und Heuchelei dar. Sich an den letztgenannten Dingen zu beteiligen bedeutet, das Spiel des Teufels zu spielen. Du solltest wissen, dass du ihn in seinem eigenen Spiel nicht schlagen kannst.

Der Brustpanzer der Gerechtigkeit
Wenn der römische Soldat dieses Teil der Rüstung trug, bedeckte es seinen ganzen Oberkörper und seinen ganzen Rücken und damit alle lebenswichtigen Organe.

Paulus vergleicht den Brustpanzer mit Gerechtigkeit. In Epheser 4:2 und 5:9 verwendet er das Wort Gerechtigkeit ganz klar im Sinne von rechter Charakter und rechtschaffenes Verhalten. Gläubige sind äußerst verletzlich und Satan ausgeliefert wenn sie ihren Charakter zerstören und Kompromisse eingehen oder, kurz gesagt, sündigen. Wenn wir fortwährend sündigen, ist das, als hätten wir eine Schwachstelle in unserer Rüstung, die es dem Feind erlaubt, sich einen Durchlass in unser Leben zu bahnen. Sünde reißt ein Loch in Gottes Rüstung. Wenn wir alte, sündhafte Muster ablegen und unseren Sinn erneuern, kann der Feind uns nicht so leicht antasten.

Die Stiefel
Der römische Soldat trug besondere Stiefel. Sie waren aus Leder und hatten mit Nieten besetzte Sohlen und die Zehen waren frei. Sie wurden an den Fesseln und Unterschenkeln mit dekorativen Bändern zugebunden. Das Tragen dieser Stiefel stattete den Soldaten für lange Märsche aus und erlaubte ihm einen soliden, festen Stand.

Das Evangelium des Friedens (Ruhe inmitten von Aufruhr), das dem Gläubigen gegeben ist, hilft ihm, auf einem festen Fundament zu stehen. Man erinnere sich, dass eine der Strategien Satans die Furcht ist. Das meiste von dem, was wir befürchten passiert gar nicht. Aber wir verbrauchen enorme Mengen an Energie dadurch, dass wir uns sorgen. Angst kann man auch so definieren: Falsche Erwartungen, die als real erscheinen.

Der Schild des Glaubens
Der Schild, auf den Paulus sich bezog, war der größere von zwei Schilden, die von den römischen Soldaten benutzt wurden. Er war etwa 1,40 Meter lang und etwa 80 Zentimeter breit. Er war wie eine kleine Mauer, gebaut aus zwei Lagen Holz, die zusammen geleimt und mit Leder verkleidet waren. Der Schild konnte in den Boden gerammt werden und der römische Soldat konnte sich dahinter hocken. Zu den im Krieg verwendeten Waffen gehörten auch Pfeile, die zuvor in Pech getaucht und angezündet worden waren und dann auf den Gegner abgeschossen wurden. Der römische Schild fing den Pfeil ab und löschte ihn aus.

Paulus vergleicht den Schild mit dem Glauben des Christen, also mit seiner Fähigkeit, darauf zu vertrauen, dass Gott ihn vor Schaden schützen wird. Wenn Satan seine feurigen Pfeile auf uns abschießt – ungebetene Gedanken, Verlangen nach Ungehorsam, Rebellion, Angst, Begierde, Hass, Wut, Sarkasmus etc. – können wir uns hinter unserem Schild des Glaubens verstecken und wissen, dass Gott uns beschützen wird.

Der Helm des Heils
Der römische Helm bestand aus einer festen, metallähnlichen Bronze oder Eisen. Er hatte ein aufklappbares Visier für den frontalen Schutz. Es brauchte schon eine Axt um den Helm zu durchdringen.

Paulus verglich den Helm mit der Erlösung des Gläubigen. Es scheint, dass mit Erlösung das Mittel der Befreiung gemeint ist, basierend auf den anderen vier Stellen, wo dieses Wort im Neuen Testament erscheint (Lukas 2:30; 3:6, Apostelgeschichte 28:28; Titus 2:11). Errettet zu sein bedeutet, den Befreier und die Befreiung anzunehmen und zu wissen, dass nichts, was der Feind auf dich schleudert, da hindurch dringen kann.

Das Schwert des Geistes
Das Schwert des Römers konnte sowohl als offensive als auch als defensive Waffe eingesetzt werden. In diesem Abschnitt des Epheserbriefes ist das Wort für Schwert das Wort machaira. Das war das kleinere der beiden römischen Schwerter. Es war ein 30 bis 35 Zentimeter langes, messerähnliches Instrument, dessen Klinge in jede Richtung schneiden konnte und dessen Spitze scharf wie eine Rasierklinge war. Es wurde im engen, persönlichen Zweikampf benutzt. Der Soldat verwendete das größere Schwert um seinen Gegner außer Gefecht zu setzen. Danach benutzte er das kleinere Schwert um die Schwachstellen in der Rüstung seines Feindes zu durchdringen und dort hinein zu stechen.

Paulus verglich dieses Schwert mit dem Wort Gottes. Wort wird in dieser Passage mit rhema übersetzt. Dieses Wort wird siebzig Mal im Neuen Testament verwendet, fünf Mal davon in dem Begriff Wort Gottes. In allen fünf Fällen sollte es mit ein Wort Gottes übersetzt werden, obwohl es in den meisten Bibelversionen mit das Wort Gottes übersetzt wird. In Lukas 3:2 scheint das Wort Gottes eine Botschaft von Gott zu sein, die Johannes predigte.  In Lukas 4:4 ist das Wort Gottes das, was dem Menschen Leben gibt. In Hebräer 6:5 wird gesagt, dass der Gläubige das Wort Gottes schmecken soll. In Hebräer 11:3 ist das Wort Gottes eine Äußerung, durch die Gott das in die Existenz rief, was zuvor nicht existiert hatte (siehe 1. Mose 1:3). Im Licht all dessen scheint es am Besten zu sein, Epheser 4:2 auch als ein Wort Gottes zu betrachten, als eine spezifische Aussage des Heiligen Geistes, die dem Gläubigen helfen soll, sich während eines Kampfes sowohl gegen den Feind zu verteidigen  als ihn auch selbst anzugreifen. Das kann ein gesprochenes Wort aus der Bibel sein oder auch ein Eindruck von Gott.



Es ist immer wichtig, Gelerntes anzuwenden. Bitte den Heiligen Geist, dir zu helfen.


•Wie bewaffnest du dich mit der Wahrheit des Wortes Gottes?
•Was bewirkt die Gerechtigkeit in Christus in deinem täglichen Leben für dich?

 

Teil 6: Gebet – Lernen, mit Gott zu sprechen
 

                                

Gebet ist eine wichtige Disziplin für den Gläubigen. Es ist wichtig, Gebet im Kontext des Reiches Gottes zu sehen. Es gibt Zeiten für das Gebet und es gibt ein Modell für ein Gebet, das uns die Schreiber der Evangelien überliefern. Zuerst werden wir uns ansehen, wann man beten sollte und dann, wie man beten sollte.  

Ein Modell für das Wann des Betens (Lukasevangelium)

Jesus betrachtete das Gebet als eine Notwendigkeit. Es war ein bedeutungsvoller Teil seines Dienstes. Lukas berichtet von zehn Gelegenheiten, bei denen Jesus betete. In sieben Fällen ist uns dabei das Gebet nicht überliefert. Zusätzlich zu den zehn Fällen liefert Lukas uns zwei Gleichnisse, die nur in seinem Evangeliumsbericht erscheinen und die von Gebet handeln (Lukas 11:5-10; 18:1-8). Die Gebete im Leben von Jesus stehen alle mit wichtigen Ereignissen im Dienst von Jesus im Zusammenhang.

Lukas zeigt uns, dass Jesus bei folgenden Gelegenheiten betete – wir mögen in dieser Auflistung einige Gelegenheiten zum Gebet finden, an die wir bisher nicht gedacht haben: bei seiner Taufe (3:21-22); nach einem Tag des Dienstes (5:15-16); vor der Auswahl der Jünger (6:12); vor einer Anweisung (9:18-20); bei der Verklärung (9:28-29); nach der Rückkehr der 72 Jünger (10:21-22); bevor er die Jünger lehrte, wie sie beten sollen (11:1); für Petrus und die anderen Jünger (22:31-32); im tiefen Leiden (22:39-46) und am Kreuz (23:34, 46).

Von Anfang an bis zum Ende seines Dienstes, von der Taufe bis zum Kreuz, war Gebet ein zentraler Bestandteil des Lebens von Jesus. Ich glaube, dass es wahr ist, dass jeder von uns seine Kommunikation mit Gott verbessern kann. Wir können es lernen, in der Kraft des Reiches Gottes zu beten, so wie Jesus betete.

Das Vater Unser (Matthäus 6:1-13)

Zur Erinnerung: der wesentliche Hintergrund der Lehre von Jesus ist die Invasion der Herrschaft Gottes in das Reich Satans. Das verschafft uns einen adäquaten Schlüssel zum Verständnis dessen, was Jesus lehrt.

Jesus lehrte seine Jünger über Taten der Gerechtigkeit und den Ort, an dem sie vollbracht werden sollten (Verse 1-4). Der Ort ist im Geheimen, nicht in der Öffentlichkeit. Das gilt auch für das Muster für das Gebet. Jesus sagte: Seid nicht wie die Schauspieler, wenn ihr betet….sondern betet so...(Verse 5-9). Hier geht es nicht um eine Herabsetzung von Gebet allgemein, sondern um eine Herabsetzung von Gebet im Stil von Effekthascherei, das nur die Aufmerksamkeit auf den Betenden ziehen soll!

Es gibt zwei Klassen von Bitten im Vater Unser. Es ist ein Muster, nach dem die Jünger ihr Gebet ausrichten sollen. Die ersten beiden Anliegen beziehen sich auf das Aufrichten von Gottes Absichten auf einer kosmischen Ebene. Die letzten drei Anliegen beziehen sich dann auf persönliche Bedürfnisse der Jünger. Alle fünf Anliegen sind Forderungen. Noch einmal zur Erinnerung: der wesentliche Hintergrund der Lehre von Jesus ist die Invasion der Herrschaft Gottes in das Reich Satans. Das verschafft uns einen adäquaten Schlüssel zum Verständnis dessen, was Jesus lehrt.

Geheiligt werde dein Name

Das erste Anliegen ist die Ehrung des Namens Gottes. Das bedeutet nicht nur Gott erwiesene Hochachtung, sondern auch, ihn zu verherrlichen indem man seine Gebote beachtet. Wir können mit Gott darüber sprechen, dass er es uns ermöglicht, so zu handeln, dass sein Ruf nicht geschädigt wird.

Dein Reich komme, dein Wille geschehe

Das zweite Anliegen ist, dass Gottes Reich kommen möge und auf Erden so praktiziert wird, wie es im Himmel der Fall ist. An irgendeinem Punkt in der Vergangenheit wurde Satan zusammen mit Heerscharen anderer Wesen aus dem Himmel verbannt. Der Krieg, der im Himmel getobt hatte, war auf die Erde niedergeworfen worden. Jesus lehrte uns, den Vater zu bitten: "So wie du Satan aus dem Himmel verbannt und dort allein deine Herrschaft aufgerichtet hast, so mögest du dieselbe Herrschaft auch auf die Erde bringen." Im Himmel war nun alles in Ordnung. Satan war hinausgeworfen worden – nun muss er auf der Erde verfolgt werden. Bete für die Herrschaft Gottes in jedem deiner Lebensbereiche.

Gib’ uns heute das Brot von morgen

Das dritte Anliegen kommt in Vers 11: Unser tägliches Brot gib uns heute... Das ist leider eine mangelhafte Übersetzung. Es müsste eigentlich heißen: „Gib’ uns heute das Brot von morgen.... Hunger ist ein Werk Satans. Jesus nahm das Werk Satans ernst. Er bat seinen Vater, den Seinen heute schon einiges von dem Überfluss der Herrschaft Gottes von morgen zu bringen. Wir können für alle spezifischen Dinge beten, die wir in unserem Leben brauchen, seien es geistliche, emotionale, körperliche, materielle, finanzielle oder soziale Bedürfnisse.

Vergib’ uns unsere Sünden

Das vierte Anliegen lautet: ...vergib’ uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Das ist eine Bitte um die Vergebung von Sünden. Diese Bitte ist mit einer Bedingung gekoppelt. Matthäus 6:14-15 macht diese Bitte deutlich. Die dortigen Verse bedeuten nicht, dass unsere Vergebung der Schuld anderer uns das Recht erwirbt, selbst Vergebung zu erhalten. Sie bedeuten, dass Gott nur dem Bußfertigen vergibt und eines der Hauptmerkmale einer bußfertigen Person ist ihre Vergebungsbereitschaft.

Lass’ uns nicht den Angriffen des Bösen unterliegen

Das fünfte Anliegen lautet: ...Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Auch hier gäbe es wieder eine bessere Übersetzung: Lass’ uns nicht den Angriffen des Bösen unterliegen, sondern befreie uns von dem Bösen und seinen Angriffen. Jesus gab seinen Jüngern Anweisungen für das Gebet, wenn Satan zum Angriff ausholt. Satan würde sie ganz sicherlich in ihrem Dienst angreifen. Widerstehe dem Angriff des Bösen.

Das gesamte Gebet von Jesus basiert auf seiner Überzeugung, dass diese gegenwärtige Welt unter der Herrschaft des Bösen lebt. Das Beten der Jünger auf diese Art und Weise war ein weiteres Instrument in ihrem Arsenal.

Beten im Geist

Ein weiteres Stück der Rüstung, das die Gläubigen besitzen, ist Gebet. Ein Teil des Gebetslebens kann aus Beten im Geist oder Beten in Sprachen bestehen. Das ist vielen Menschen fremd und hat viel schlechte Presse und Missbrauch erfahren. Ich glaube, dass jeder Christ das Recht hat, als Teil seiner christlichen Erfahrung in Sprachen zu reden. Es gibt viele Manifestationen der Erfüllung mit dem Heiligen Geist und eine davon ist das Reden in Sprachen. Diejenigen die meinen, dass dies für die heutige Zeit nicht mehr verfügbar oder gültig ist, haben die Bedeutung von 1. Korinther 12:27-31 nicht verstanden. Dieser Abschnitt steht inmitten einer längeren Ausführung darüber, was geschieht, wenn die Gemeinde zusammenkommt. Auf die Frage „Sprechen alle in Zungen?” erfolgt hier als Antwort ein eindeutiges “Nein!“ Es sprechen nicht alle in Zungen. Der Kontext zeigt uns jedoch, dass dies nur dann gilt, wenn die Gemeinde zusammenkommt. Wenn in diesem Rahmen jeder in Zungen sprechen würde, gäbe es ein Chaos. Doch im privaten Rahmen steht diese Gabe jedem Gläubigen zur Verfügung.

Denke darüber nach!

Bitte Gott, alles Falsche zu entfernen, was du je über die Gabe des Sprachenredens gehört oder gelernt hast. Riskiere es, ihn zu bitten, diese Sprache in dir freizusetzen. Erinnere dich: Wenn du deinen himmlischen Vater um etwas Gutes bittest, wird er dir nichts Schlechtes geben.

Während unseres Aufenthaltes in dieser Spannungszone des irgendwie schon vorhandenen und doch noch zu erwartenden Reiches Gottes wird es Gelegenheiten geben, wo Gott uns dazu aufruft, die Linien des Feindes anzugreifen. Wenn wir das tun, können wir sicher sein, dass es zu irgendeiner Form von Gegenangriff kommt. Für beide Fälle – Angriff und Verteidigung – hat Gott uns die Ausrüstung gegeben. So können wir uns selbst schützen und dennoch erfolgreich die Herrschaft Gottes ausdehnen.



Es ist immer wichtig, Gelerntes anzuwenden. Bitte den Heiligen Geist, dir zu helfen.



•Verbringe ein paar Minuten mit Gott, ohne ihn um irgendetwas zu bitten. Drücke verbal deine Ehrerbietung ihm
gegenüber aus.
•Mache eine Liste von Dingen deines täglichen Lebens, in die die Herrschaft Gottes hinein kommen soll, damit in
diesen Bereichen Gottes Wille geschieht, genauso wie im Himmel.
 

 

Teil 7: Lernen, für Gott zu sprechen
 

                        

Einer unserer Hauptleitfäden in der Gemeinde ist der große Missionsauftrag, den wir in Matthäus Kapitel 28 finden. Wir werden aufgefordert, in die Welt hinaus zu gehen und Jünger zu machen, sie zu taufen und sie zu lehren, alles zu befolgen, was Jesus gesagt hat. In unserer westlichen Kultur ist das Evangelisieren auf das Auswendiglernen von ein paar Bibelstellen, die man dann als Beigabe zu einem Traktat zitieren kann, degradiert worden. Doch sind das die einzigen Möglichkeiten, eine Person zu erreichen, die ohne Christus ist? Wie arbeitet der Heilige Geist im Bereich von Evangelisation? Warum hat Gott ihn in die Gemeinde gesandt?

Auf diese Frage antwortete Michael Green: "Nach einer ehrlichen Untersuchung der Berichte des Neuen Testaments kann kein Zweifel daran bestehen, dass der Hauptzweck für das Kommen des Heiligen Geistes auf die Jünger darin bestand, sie für die Mission auszurüsten. Der Tröster kommt nicht um es den Menschen zu ermöglichen, es sich bequem zu machen, sondern um sie zu Missionaren zu machen." Das widerspricht dem oft vermittelten Verständnis, dass der Heilige Geist für den Gläubigen da ist bzw. nur für den Leib Christi, die Gemeinde. Die Bibel vermittelt uns da eine ganz andere Sicht. Im Johannesevangelium sagte Jesus, er werde den Heiligen Geist geben, so dass dieser für immer mit der Gemeinde ist. Das griechische Wort für den Heiligen Geist lautet hier parakletos, dessen Bedeutung am besten im Sinne von „Fortführer“ zu verstehen ist. Der Dienst des Heiligen Geistes besteht darin, den Dienst des Reiches Gottes, den Jesus begonnen hatte, in diesem gegenwärtigen, bösen Zeitalter fortzuführen.

Es gibt viele Herangehensweise an das Evangelisieren, die von Christen heute praktiziert werden. Wir sollten keines der Werkzeuge übersehen, durch die wir Menschen für Jesus gewinnen können. Das Auswendiglernen von Bibelstellen und geistigen Gesetzen liefert eine Botschaft für den Verstand. Doch es gibt noch einen anderen Bereich, der nicht so viel Aufmerksamkeit erhält. Diese Form der Evangelisation erhöht gewaltig die Effektivität unserer Bemühungen, Menschen zu Jesus zu führen. Und es ist ganz sicherlich ein biblischer Weg für die Proklamation des Reiches Gottes. Diese Darstellung des Evangeliums ist rational, geht aber auch über das rein Rationale hinaus. Wenn das Evangelium erklärt wird (Worte), sollte das von einer Demonstration der Kraft Gottes (Werke) begleitet werden. Diese Form der Evangelisation ist die des Heiligen Geistes, der ein Fortführer des Dienstes von Jesus ist. Hier erfolgt eine Demonstration des Reiches Gottes, wie es in dieses gegenwärtige, böse Zeitalter eindringt und es verdrängt. Wie müssen wir also das Konzept des Evangelisierens im Licht der erklärten Mission von Jesus verstehen, das Reich Gottes auf die Erde zu bringen?

Gottes Kraft

Wie proklamiert die Gemeinde das Reich Gottes in diesem gegenwärtigen, bösen Zeitalter? Das Ziel von Jesus mit dem großen Missionsauftrag war es, gehorsame Schüler heranzuziehen. Sie sollten seinen Dienst fortführen, das Reich Gottes in dieses gegenwärtige, böse Zeitalter hinein zu bringen – und zwar genauso, wie er selbst es tat: durch Worte und Werke.

Jesus hat versprochen, dass die Kraft des Heiligen Geistes seinen Nachfolgern helfen würde, seinen Dienst fortzuführen, Gottes Herrschaft in diese Welt zu bringen (Matthäus 20:20; Apostelgeschichte 1:8). Während der Heilige Geist den Dienst von Jesus weiterführt, reicht er die Autorität, die er von Jesus empfangen hat, an dessen Nachfolger weiter. Der Heilige Geist ist das Transportmittel von Gottes Autorität, durch die wir den großen Missionsauftrag erfüllen.

Das in Matthäus 28:18 verwendete Wort für Autorität ist exousia und meint die Macht, die Jesus von Gott gegeben wurde. Durch den in uns wohnenden Heiligen Geist empfangen wir die Autorität von Christus, die auch die Autorität des Vaters ist, das zu tun, was er tut. "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, der Sohn kann nichts von sich selbst tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut in gleicher Weise auch der Sohn" (Johannes 5:19). Jesus proklamierte und demonstrierte das Evangelium durch das Tun des Willens des Vaters. Das Wort sieht deutet auf eine Möglichkeit oder ein Potential hin. Die gesehene Handlung mag oder mag nicht geschehen und hängt von Umständen ab. Jesus konnte, abhängig von Umständen, sehen war der Vater tat und wenn er es sah, dann reagierte er indem er den Dienst des Vaters tat. Jesus brachte das Reich Gottes in dieses gegenwärtige, böse Zeitalter. Das ist nun auch unser Dienst.

Von Kraft begleitete Evangelisation

Das Zeugnis von Paulus an die Korinther hinsichtlich seiner anfänglichen Bemühungen in ihrem Leben schließt den Gedanken der von Kraft begleiteten Evangelisation ein, wenn es sie nicht sogar definiert. Er sagt: "Meine Rede und meine Predigt bestand nicht in überredenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in Beweisung des Geistes und der Kraft, auf dass euer Glaube nicht auf Menschenweisheit beruhe, sondern auf Gotteskraft" (1. Korinther 2:4-5).

Während Paulus in Athen war, hatte er mit überredenden Worten gepredigt, aber mit dürftigen Ergebnissen. Als er in Korinth ankam, wird berichtet, dass viele gläubig wurden (Apostelgeschichte 18:8). Nach seinen eigenen Worten in 1. Korinther 2:4-5 kombinierte Paulus bei dieser Gelegenheit die Verkündigung des Evangeliums mit der Demonstration des Evangeliums, so wie Jesus es während seines Dienstes getan hatte.

Konflikt und Proklamation

Wenn wir es riskieren, in der Kraft des Reiches Gottes mit dem Inhalt des Reiches Gottes zu dienen, beginnen wir, als Mitlieder der Armee Gottes zu funktionieren. Als solche werden wir uns ganz sicherlich von Angesicht zu Angesicht mit den Mächten des Reiches der Finsternis wieder finden. Als Mitglieder der Armee sollten wir uns unserer Waffenrüstung bedienen. Als Mitglieder des Leibes Christi sollten wir aber unsere Waffenrüstung nicht gegen unsere Brüder und Schwestern einsetzen!

Größtenteils ist sich die westliche Gemeinde der Tatsache nicht bewusst, dass wir in einem Krieg stehen. Sie liest das Neue Testament und erkennt doch nicht, dass zwischen Gott und Satan ein Krieg tobt. Die säkulare Weltsicht der westlichen Gemeinde verkrüppelt sie, so dass sie die volle Botschaft des Neuen Testaments in dieser Hinsicht nicht versteht.

Der Mensch aus dem Westen erkennt die geistliche Welt einfach nicht als real an. Seine Weltsicht ist aufgebaut auf einer wissenschaftlichen Annahme, die kontrollierbar ist. Weil wir keinen konkreten Glauben an die geistliche Welt haben, wird sie einfach in den Bereich der Mythen und des Aberglaubens abgeschoben. Der Einfluss dieser Weltsicht verhindert, dass moderne Evangelikale ein von Kraft bestätigtes Evangelium erleben.

Das Neue Testament demonstriert kontinuierliche Kommunikation zwischen dem Natürlichen und dem Übernatürlichen (Träume, Visionen, Prophetien, Erscheinungen von Engeln etc.). Gott nutz diese Kommunikationsformen auch heute noch, um sich seinen Kindern mitzuteilen. Die westliche Gemeinde blendet oft die Möglichkeit des Übernatürlichen aus und verpasst so diese wichtigen Formen der Kommunikation von Gott und die entsprechende Hilfe beim Evangelisieren.

Wenn wir die Möglichkeit des Übernatürlichen einkalkulieren, werden wir fast kontinuierlich auf Satans Reich treffen und dadurch Konflikte erleben. An dieser Stelle müssen wir die Autorität von Christus anwenden, die mit dem großen Missionsauftrag einhergeht und das tun, wozu er uns aufgefordert hat: Kranke heilen, Dämonen austreiben und das Reich Gottes in diesem gegenwärtigen, bösen Zeitalter demonstrieren.

Wenn ein Gläubiger seine Weltsicht verändert und Begegnungen mit dem Übernatürlichen hat, werden die Konflikte zwischen dem Reich Gottes und dem Reich der Finsternis erkennbarer. Sie sind immer schon da gewesen, doch die Brille der neuen Weltsicht hilft, sie zu erkennen. Wenn wir beginnen, im Übernatürlichen zu operieren, beginnen wir auch, die Herrschaft Gottes zu erleben, wie sie in dieses gegenwärtige, böse Zeitalter eindringt.



Es ist immer wichtig, Gelerntes anzuwenden. Bitte den Heiligen Geist, dir zu helfen.


•Wann hast du zum letzten Mal Dämonen ausgetrieben?

•Warum ist es so wichtig, zuerst zu sehen, was der Vater tut und dann dasselbe zu tun? Ist das limitiert auf
spontane Dinge oder schließt es auch die Dinge mit ein, von denen die Bibel uns sagt, dass der Vater sie tut?
 

 

 

 

Teil 8: Das Reich Gottes ist wie… - die Metaphern für das Reich Gottes
 

                              


Warum Gleichnisse?

Die Verwendung von Gleichnissen als Lehrmethode war wie die schöne Kunst des Geschichtenerzählens. In Gleichnissen zu lehren bedeutete, in Bildern zu lehren. Viele Menschen denken in Bildern und nur wenige Menschen sind in der Lage, abstrakte Wahrheiten zu verstehen, was allerdings eine namhafte Lehrform in der westlichen Welt ist. Um für uns verständlich zu werden, muss Wahrheit konkret werden. Ein Beispiel: Wir können versuchen, Schönheit mit Worten zu beschreiben oder wir können auf eine Person zeigen und sagen: „Sie ist schön!“ Das Abstrakte ist aus der Sicht des Sprechers dann konkret geworden.

Ein Gleichnis berichtet nicht so sehr die Wahrheit, sondern es hilft dem Zuhörer vielmehr, die Wahrheit zu entdecken. Ein Gleichnis macht es uns möglich, eine andere Brille aufzusetzen bzw. eine Information von einer anderen Perspektive aus zu betrachten. Dem Zuhörer bleibt es überlassen, seine eigenen Schlussfolgerungen zu ziehen. Sprachlich übermittelte und auswendig gelernte Wahrheit wird schnell vergessen. Wahrheit, die entdeckt wurde, bleibt fürs ganze Leben. Der große Wert von Gleichnissen besteht darin, dass sie dem Zuhörer die Wahrheit nicht überstülpen, sondern ihn in die Position versetzen, die Wahrheit zu erkennen.

Jesus gebrauchte diese Form der Anweisung um über das Reich Gottes zu lehren. Seine damaligen Zuhörer lebten in einer Gedankenwelt, die von den Aussagen der Propheten geprägt war, die ihnen von einem glorreichen Tag erzählt hatten, an dem das Reich Gottes kommen würde. Dann würde Gott seine Herrschaft aufrichten, die alle anderen Autoritäten und Königreiche ersetzen würde. Für den Juden im ersten Jahrhundert würde das das größte Ereignis in der gesamten Menschheitsgeschichte sein. Das Volk Gottes war in der Verheißung an Abraham als Volk aufgerichtet worden, wurde von Mose aus der Gefangenschaft befreit und unter der Herrschaft von David  als staatliche Nation eingesetzt. Nun war das einzige Hauptereignis am Horizont das Kommen ihres verheißenen Messias, dessen Ankunft alle vorherigen Ereignisse in den Schatten stellen würde.

Als Johannes der Täufer in der Wüste predigte, sprach er über das kommende Reich Gottes (Matthäus 3:2). Seine Zuhörer erfuhren, dass da einer kommen würde, der eine zweifache Taufe mit sich bringen würde. Zuerst würden einige die Herrschaft Gottes dadurch erfahren, dass sie im Geist getauft würden. Danach würden andere mit Gericht (Gericht = Feuer) getauft werden (Matthäus 3:11). Als Johannes der Täufer später im Gefängnis war, sandte er einige seiner Jünger zu Jesus, um ihn zu fragen, ob er derjenige sei, von dem er gesprochen und verkündet hatte, dass er kommen würde. Warum musste Johannes diese Frage stellen? Ganz einfach. Jesus handelte nicht so wie derjenige, den Johannes angekündigt hatte. Wo war die Geistestaufe? Wo war das Gericht? Jesus erwiderte, sein Reich sei hier und schlug vor, Johannes möge einen Blick auf seinen Dienst werfen um zu verstehen, worum es im Reich Gottes ging. Statt das Gericht über menschliche Institutionen (das Römische Reich) zu bringen, war das Reich Gottes gekommen um die Herrschaft Satans anzugreifen. Die Juden hatten das Eine erwartet, aber Jesus lieferte etwas Anderes. Wir müssen die Gleichnisse vor dem Hintergrund dieses historischen Zusammenhangs betrachten.

Die Gleichnisse über das Reich Gottes

Die Gleichnisse über das Reich Gottes im Matthäusevangelium lehren sowohl eine gegenwärtige als auch eine zukünftige Realität des Reiches Gottes. Es gibt sieben Gleichnisse in Matthäus Kapitel 13. Zwei von ihnen handeln von Gericht (ein Anliegen der Juden, die nach dem Reich Gottes Ausschau hielten). Diese beiden Gleichnisse sind das Gleichnis vom Weizen und vom Unkraut und das Gleichnis vom Fischernetz. Die übrigen fünf Gleichnisse handeln von der gegenwärtigen Realität des Reiches Gottes, welches Jesus zu bringen gekommen war. Es sind die Gleichnisse vom Sämann, vom Senfkorn, vom Sauerteig, vom Schatz und von der kostbaren Perle.

Das Gleichnis vom Sämann (Matthäus 13:1-9):

Um dieses Gleichnis zu verstehen müssen wir etwas über die Aktion des Säens und den Gedanken der Empfänglichkeit wissen. Jesus erzählte das Gleichnis und erklärte es danach (Matthäus 13:18-23). Wir müssen die Bedeutung des Gleichnisses vor dem Hintergrund des Ackerbaus im Palästina des ersten Jahrhunderts verstehen. Ein Sämann war nicht etwa achtlos wenn er die Saat auch über den Weg, die Dornen und den Boden ohne Tiefe verstreute. Er tat das absichtlich. Warum? Weil der Weg, auf dem die Menschen entlang liefen, der mit Disteln bewachsene Untergrund und auch der oberflächliche Boden nach dem Säen des Saatgutes aufgepflügt wurde um die Saat aufzunehmen. Das Pflügen kam nach dem Säen. Dieses kleine historische Detail ist wichtig für eine korrekte Interpretation dieses Gleichnisses. Es soll uns darauf aufmerksam machen, dass wir weniger auf die Bodenbeschaffenheit als auf das Säen selbst achten sollten. Die Saat, die gesät wird, ist das Reich Gottes. Sie landet überall. Dann wird der Untergrund gepflügt, um die Saat aufzunehmen.

In diesem Gleichnis sehen wir eine Vielfalt von Reaktionen auf das Wort über das Reich Gottes. Der Weg demonstriert, dass Satan die Saat raubt bevor der Vorgang des Pflügens erfolgen und die Saat Wurzel fassen kann. Der felsige Untergrund repräsentiert diejenigen, die das Wort vom Reich Gottes aufgrund der Welt mit ihren Herausforderungen und ihrer Verfolgung ablehnen. Die Dornen sind das Symbol für diejenigen, die das Wort vom Reich Gottes wegen der Welt mit ihren Sorgen und Reichtümern zurückweisen. Der gute Boden schließlich ist ein Bild für diejenigen, die das Wort vom Reich Gottes annehmen und Frucht tragen. Jesus ist der Sämann. Die Saat ist die gute Nachricht, dass Gottes Herrschaft nun gekommen ist. Satan wird einen Teil davon rauben. Einige Menschen werden das Ganze ablehnen und einige werden die gegenwärtige Herrschaft Gottes in ihrem Leben annehmen.

Das Gleichnis vom Weizen und vom Unkraut (Matthäus 13:24-30):

Gericht und Trennung von der Welt sind die Hauptbotschaften dieses Gleichnisses. Der Weizen und das Unkraut werden in den Versen 36-43 erklärt. Wir müssen im Sinn behalten, dass die Juden beim Kommen des Reiches Gottes auf ein direktes Gericht warteten.

In diesem Gleichnis kommen viele Charaktere vor. Der Sämann (Jesus), der Acker (die Welt, nicht die Gemeinde, wie oft angenommen wird), die gute Saat (die Kinder des Reiches Gottes), das Unkraut (die Kinder des Bösen), der Feind (der Teufel), die Ernte (der Abschluss dieses gegenwärtigen, bösen Zeitalters) und schließlich die Knechte oder Erntearbeiter (die Engel).

Dieses Gleichnis zeigt uns, dass es eine gemischte Gesellschaft von guter und schlechter Saat gibt. Mit dem Abschluss dieses Zeitalters wird die Wahrheit die Menschheit in zwei Klassen trennen. Da sind zum einen die Gerechten, die Kinder des Reiches Gottes. Und da sind die Kinder der Ungerechtigkeit, die Kinder des Teufels. Die Engel werden auf das Kommando von Jesus hin diese endgültige Aufteilung vornehmen. Die Ungerechten werden die Seelenqual der Zurückweisung erleben und die Gerechten den Glanz der Annahme. Kurz gesagt: der Vater wird diejenigen annehmen, die die gute Nachricht vom Reich Gottes angenommen haben.

Das Gleichnis vom Senfkorn (Matthäus 13:31-32):

In diesem Gleichnis vergleicht Jesus die Gegenwart des Reiches Gottes in dieser Zeit (während er es erzählte) mit der zukünftigen Realität des Reiches Gottes. Es beginnt klein, wie ein Senfkorn, wächst jedoch zu einem großen Strauch heran. Die gegenwärtige Erfahrung des Reiches Gottes ist nur eine teilweise Erfahrung dessen, wie es sein wird, wenn die Zukunft komplett angekommen ist, mit der Wiederkehr von Jesus.

Das Gleichnis vom Sauerteig (Matthäus 13:33):

Hier spricht Jesus über die verändernde Kraft des Reiches Gottes. Das Reich Gottes kann eine Gesellschaft im Allgemeinen und Einzelpersonen im Besonderen verändern. Das Gleichnis deutet auch an, dass ein Tag kommen wird, an dem das Reich Gottes vollkommen die Oberhand gewinnen wird. Das Ganze wird dann durchsäuert sein. Der rivalisierende König (Satan) wird nicht länger herrschen.

Das Gleichnis vom Schatz im Acker (Matthäus 13:44) und von der kostbaren Perle (Matthäus 13:45-46):

Der Wert, Gottes Herrschaft zu haben, ist unschätzbar. Das Reich Gottes sollte mehr angestrebt werden wie alle anderen Besitztümer (siehe Matthäus 6:33). Beide Gleichnisse lehren diese zentrale Wahrheit. Der Unterschied: Das Gleichnis vom Schatz im Acker zeigt, dass ein Mensch ins Reich Gottes stolpert ohne wirklich danach gesucht zu haben. Doch nachdem er es gefunden hat, ist es ihm mehr wert als alle anderen Besitztümer. Die kostbare Perle zeigt, dass jemand aktiv nach dem Reich Gottes gesucht und es schließlich gefunden hat.

Das Gleichnis vom Fischnetz (Matthäus 13:47-50):

Dieses Gleichnis ähnelt dem vom Weizen und vom Unkraut. Es vermittelt auch dieselbe Botschaft.
Die Gleichnisse über das Reich Gottes lehren und durch das Medium des Geschichtenerzählens, was Jesus in der Realität und faktisch ausgelebt hat. Das Reich Gottes ist angekommen. Satans Zeit ist begrenzt. Einige werden die Herrschaft Gottes jetzt annehmen und andere werden sie zurückweisen.



Es ist immer wichtig, Gelerntes anzuwenden. Bitte den Heiligen Geist, dir zu helfen.


•Wie helfen dir Gleichnisse beim Verstehen der Lehrinhalte von Jesus?
•Wie wirst du die Botschaft der oben behandelten Gleichnisse in deinem Leben umsetzen?

•Inwiefern ändert die Vorstellung, dass das Säen vor dem Pflügen kam, dein Verständnis des Gleichnisses vom
Sämann?
•Ist das Reich Gottes heute immer noch so klein wie ein Senfkorn weil seine Vollkommenheit noch nicht
eingetreten ist? Oder wächst das Reich Gottes täglich?

 

Teil 9: Unsere Vollmacht und Autorität im Reich Gottes
 

             


In der Bibel ist Kraft in den Worten und Werken von Jesus. Der westliche Mensch verbringt typischerweise mehr Zeit damit, über die Worte nachzusinnen ohne das Ganze in Balance zu bringen und auch die Werke Jesu zu tun. Als Jesus seine Jünger zum Dienst aussandte (Lukas 9:1), gab er ihnen Vollmacht und Autorität über Dämonen und zum Heilen von Krankheiten. Das sind zwei wichtige Worte in der Theologie des Reiches Gottes.

Kraft (dunamis)

Die Wortwurzel, aus der das Wort “Kraft” (dunamis) kommt, kann definiert werden als “die Fähigkeit haben”. Es kann bedeuten, die Fähigkeit zu haben, etwas auszuführen, etwas zu bringen oder etwas abzuschließen. Es kann auch Spontaneität anzeigen. In der klassischen Periode der griechischen Sprache bedeutete dunamis die Fähigkeit, körperlich, militärisch oder politisch etwas zu erreichen.

Dunamis wird in der griechischen Übersetzung des Alten Testaments, der Septuaginta, benutzt um zwei hebräische Worte zu übersetzen. Diese hebräischen Worte stehen generell für militärische Macht. Der überwältigende Beweis für die Macht Gottes im Alten Testament war die wunderbare Befreiung Israels am Schilfmeer (2. Mose 15:6; 5. Mose 3:24; 9:26-29). Die umfassendste Demonstration der Kraft Gottes ist sicherlich die Erschaffung der Welt (1. Mose Kapitel 1 und 2). Jeremia 27:5 beschreibt diese Ehrfurcht gebietende Schöpferkraft. Derselbe Inhalt kommt in einem Gebet in Jeremia 32:17 zum Ausdruck. Micha 3:8 spricht über die Kraft Gottes, die in ihm wirkt. In dieser Passage deutet der hebräische Parallelismus an, mit Kraft erfüllt zu sein bedeute, die Gegenwart des Heiligen Geistes zu haben.

Die synoptischen Evangelien und die Apostelgeschichte

In den synoptischen Evangelien und in der Apostelgeschichte kennzeichnet dunamis die Kraft Gottes. Das Wort wird auf dreierlei Art verwendet. Zunächst einmal als die Kraft Gottes im Sinne von “allmächtig” (Markus 14:62; Lukas 1:49). In Markus 13:25 heißt es dann von den Mächten der Himmelswelt, dass sie erschüttert worden sind. Und drittens wird dunamis verwendet um die Werke von Jesus zu beschreiben. Diese werden „Machttaten“ oder Wunder genannt (Matthäus 11:20). Hier kommt nun die gute Nachricht: Die Diener von Jesus haben dieselbe Kraft des Geistes. Sie ist uns gegeben um die Machttaten des Reiches Gottes zu wirken. Der Geist Gottes bringt die Kraft von Jesus in die Gemeinde. In Apostelgeschichte 1:8 wird der Gemeinde Kraft versprochen. In Apostelgeschichte 2:4 wurde dieses Versprechen erfüllt. Der Rest der Apostelgeschichte demonstriert die mächtigen Werke des Geistes durch die Jünger. Wenn der Geist uns mit der Bekehrung geschenkt wird, erhalten wir dieselbe Kraft und Vollmacht, die Werke von Jesus zu tun.

Das Johannesevangelium

Das Johannesevangelium verwendet das Substantiv dunamis nicht. Doch das entsprechende Verb des Wortes erscheint in Johannes 5:19, wo Jesus den Juden sagte, dass er unfähig (machtlos) sei, irgendetwas zu tun, was er nicht zuvor den Vater tun sah. Im Buch der Offenbarung wird Gott für seine Kraft gepriesen (Offenbarung 4:11; 7:12; 19:1).

Die Paulusbriefe

Paulus legt eine große Betonung auf die gegenwärtige Erfahrung der Kraft Gottes. Der zentrale Beweis der Kraft Gottes in Paulus ist die Auferstehung von Jesus. Jesus ist die Quelle der Kraft Gottes in der Gemeinde (1. Korinther 1:24). Den Lesern des Briefes an die Philipper wird gesagt, dass Jesus für die Seinen kontinuierlich Kraft bereitstellt (Philipper 4:13). Diesen Vers könnte man folgendermaßen übersetzen: "Ich kann kontinuierlich, wohin ich auch gehe, alle Dinge tun in Jesus, der mich kontinuierlich ermächtigt und mit Kraft erfüllt." Gläubige leben in der Kraft von Jesus, in der Kraft Gottes (2. Korinther 6:7; 13:3; Epheser 1:19). Die Kraft Gottes kommt gemäß 1. Korinther 2:4-5 in Worten und Werken. Es ist die Kraft des Heiligen Geistes, die Zeichen und Wunder wirkt, die die Werke Gottes in diesem gegenwärtigen, bösen Zeitalter sind (Römer 15:19; Galater 3:5).

Autorität (exousia)

Das griechische Wort für Autorität ist exousia. Es kann definiert werden als “uneingeschränktes Recht“ oder „uneingeschränkte Handelsfreiheit“. Das Verb bedeutet “sein Recht ausüben”. Das Recht eines Königs, zu herrschen, beruht auf seiner Autorität (exousia). Das Wort kann auch für die Bevollmächtigung eines Funktionärs oder Botschafters zur Ausübung einer bestimmten Aufgabe stehen. Exousia wird nur auf Menschen bezogen, nie auf Dinge.

Um die Verwendung des Wortes im Neuen Testament zu verstehen müssen wir auf das Buch Daniel im Alten Testament zurückgreifen. Gott delegiert Autorität an Weltherrscher. Gott setzt Könige ein und setzt Könige ab (Daniel 2:21; 4:31). Im Buch Daniel entdecken wir, dass die in den “Menschensohn” eingegebene Kraft von Gott verliehen wurde. Diese Autorität sollte dann an das wahre Israel, die Gemeinde, übergehen (Daniel 7:14) und es ist die absolute Macht des Königs, das Volk Gottes zu regieren. In der rabbinischen Literatur bedeutet das Wort “Herrschermacht”.

              

Das hebräische Wort (rasuit) ist nicht im Alten Testament zu finden, wohl aber in den Schriften der Rabbis. Es bedeutet „eine autoritative Handlungsmacht”, so wie die Prozessvollmacht, die ein Anwalt erhält oder die Vollmacht eines Botschafters. Der juristische Sinn des Wortes kennzeichnet das Recht zu heiraten, zu lehren oder zu erben. Schließlich wird das Wort auch noch verwendet um Handlungsfreiheit anzuzeigen. Das Neue Testament verwendet das Wort exousia regelmäßig, am häufigsten im Buch der Offenbarung. Im säkularen Gebrauch meint das Wort die Berechtigung, Anordnungen zu erteilen (siehe Matthäus 8:9; der Hauptmann).

Vollmacht, Autorität, Kraft und die Gläubigen

Die Aussendung der Jünger in der Version des Lukasevangeliums ist ein Schlüssel zum Verstehen, wie Vollmacht, Autorität und Kraft auf uns Anwendung finden. Kraft (dunamis) hat ihre Grundlage in der Vorstellung, gesalbt zu sein während Vollmacht und Autorität (exousia) ihre Grundlage in dem Konzept haben, ausgesandt zu sein.

Jesus trieb durch seine Autorität Dämonen aus. Er beraubte Satan und seine dämonischen Heerscharen ihrer Macht, d.h. ihrer Fähigkeit, Böses zu tun. Dadurch zerstörte er die Werke Satans. Er entriss Menschen Satans Herrschaft. Jesus gab dieselbe Autorität an seine Jünger weiter (Matthäus 10:1; Markus 3:15; 6:7; Lukas 10:19). Das Johannesevangelium sagt uns, dass jeder, der Jesus annimmt, von Jesus die Macht (exousia) empfängt, sein Kind zu werden: Allen denen aber, die ihn aufnahmen, gab er Vollmacht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben. (Johannes 1:12). Drei Worte sind in diesem Vers wichtig. Zuerst das Wort “Geben”. Gott gibt jenen, die glauben, das Recht, seine Kinder zu werden. Zweitens das Wort „Vollmacht“. Das ist unser Wort exousia. Johannes spricht hier nicht von der Fähigkeit, eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen, sondern von der Fähigkeit, einen Status zu erlangen. Jesus gibt denen, die glauben, die volle Autorität, ihren Status zu ändern. Und schließlich noch das Wort “Kinder”. Diejenigen, die glauben, werden Kinder. Johannes gebraucht einen Begriff, der die Aufmerksamkeit auf die Gemeinschaft oder Familie lenkt. Als Teil der Familie werden wir Teilhaber der göttlichen Natur des Vaters (1. Petrus 1:4). Wenn wir glauben, erhalten wir die Autorität (das Recht), unseren Status zu ändern. Wir werden von Kindern Satans zu Kindern Gottes.

Lukas lehrt uns durch die Worte von Jesus, dass wir Autorität (exousia) erhalten haben, nämlich das Recht, Gottes Kraft zu benutzen (die Fähigkeit, eine Aufgabe zu erfüllen), auf Schlangen und Skorpione zu treten. Eine Illustration: Ein Polizist, der den Verkehr regelt, hat nicht die Kraft, ein Auto anzuhalten, denn das Auto ist viel größer und stärker als er. Doch ein Polizist hat die Autorität, ein Auto anzuhalten, indem er schlicht nur seine Hand hebt. Die Regierung hat ihm diese Autorität übertragen.

Der Hauptmann aus Matthäus 8:5-13 demonstriert genau diese Tatsache. Er wusste, was Autorität war. Ihm war von seinem Vorgesetzten Autorität übertragen worden. Seine Untergebenen mussten dagegen seinen Befehlen gehorchen. Seine Autorität, seinen Untergebenen Befehle zu erteilen, war ihm verliehen worden weil er selbst ebenfalls unter der Autorität seines Vorgesetzten und schließlich unter der Autorität von Cäsar selbst stand. Die letztendliche Autorität kam von Cäsar, doch der Hauptmann gab die Befehle aus. Dies war eine einmalige Übertragung von Autorität an den Hauptmann. Er musste sich nicht in jedem einzelnen Fall, in dem er seinen Untergebenen Befehle erteilen wollte, zuerst wieder fragend an Cäsar wenden.

Derselbe Gedanke gilt für uns als Gläubige. Gott hat seine Autorität durch Jesus an uns übertragen, der den Heiligen Geist gesandt hat um seinen Dienst durch uns fortzuführen. Wir sind mit der Vollmacht ausgestattet worden (Apostelgeschichte 1:8), sein Werk zu tun. Wir haben die Verantwortung, täglich die Macht und Autorität auch auszuüben, die er uns gegeben hat.  



Es ist immer wichtig, Gelerntes anzuwenden. Bitte den Heiligen Geist, dir zu helfen.


•In welcher Weise hast du die Autorität gebraucht, die Gott dir gegeben hat?

•Wenn du in der kommenden Woche ein Werk Jesu tun könntest, welches wäre es dann? Woher weißt du, dass
du die Vollmacht hast, dieses Werk zu tun?
 

Teil 10: Macht über Dämonen
 

                             


Ein Angriff auf das Reich Satans

Es gibt eine unverzichtbare Beziehung zwischen den Worten von Jesus und den Werken von Jesus. Sein Predigt- und Lehrdienst und seine Wunder sind im Grunde ein und dasselbe. Einige haben gesagt, die Wunder von Jesus seien im Grunde nicht mehr als eine großartige Form der Werbung gewesen. Sie sollten das Interesse an der Botschaft von Jesus anfachen und die Aufmerksamkeit der Menge steigern. Andere meinen, die Wunder seien Belohnungen für Glauben gewesen. Wenn eine Person genug Glauben aufbringt, kann ein Wunder geschehen. Das wird gestützt durch die Worte von Jesus in den synoptischen Evangelien: Gehe hin. Dein Glaube hat dich geheilt (Lukas 17:19). Doch es gibt auch noch andere Gelegenheiten, wo Wunder geschahen ohne dass ein Mensch persönlich mit Glauben reagierte. Sicher gehört der Sohn der Witwe in diese Kategorie (Lukas 7:11-17).

Noch eine andere Erklärung, die für die Wunder von Jesus angeboten wird, ist sein Mitleid mit den bedürftigen Menschen. Und ganz klar wird uns sein Mitgefühl in den Evangelien demonstriert, z.B. beim Sohn der Witwe (Lukas 7:11-179 und bei der Speisung der Fünftausend (Markus 6:30-42). Doch es muss darauf hingewiesen werden, dass Jesus nicht jeden heilte, an dem er vorüberging. In den Berichten, die wir in den Evangelien finden, ließ er viele krank und hungrig zurück. In der Tat waren das mehr Menschen als die, die er heilte und speiste.

Wenn Wunder die Belohnung für den Glauben von Menschen wären, dann folgt daraus, dass jemand, der trotz echten Glaubens nicht geheilt wurde, davon ausgehen muss, dass sein Glaube unzureichend ist. Wenn Wunder der Beleg für das Mitgefühl von Jesus wären, könnte die ungeheilte Person zu dem Schluss kommen, dass Jesus in ihrem Fall kein Mitgefühl hat. Wir müssen schon woanders suchen um den Zweck der Werke von Jesus zu entdecken.

Erinnere dich: die Worte und Werke von Jesus sind ein und dasselbe. Es gibt keinen Unterschied. Die Werke haben genau dieselbe Bedeutung wie die Worte. Die Worte von Jesus kündigen an, dass das Reich Gottes gekommen ist. Die Werke von Jesus demonstrieren, wie das Reich Gottes beschaffen ist. Sein Predigen, sein Lehren, sein Erzählen von Gleichnissen und sein Heilungsdienst waren Ankündigungen der Tatsache, dass das Reich Gottes gekommen war und dass die Herrschaft Gottes die Herrschaft Satans vernichten würde.

Es scheint somit sicher zu sein, dass die Wunder von Jesus im Kontext der Kriegsführung gegen Satan gesehen werden sollten. Johannes verstand dieses Konzept als er schrieb: Die ganze Welt liegt in dem Bösen… (1. Johannes 5:19). Paulus sagt den Korinthern, dass Satan der Gott dieser Welt ist (2. Korinther 4:4). In seinem Rundbrief an die Gemeinden um Ephesus sagt er der Versammlung, dass die Gemeinde nicht gegen Fleisch und Blut kämpft, sondern dass der wahre Feind Satan ist. Er beschreibt die beängstigenden Dimensionen satanischer Macht und besteht darauf, dass seine Leser gegen ihren kosmischen Feind aufstehen, gegen die Mächte und Gewalten, die Weltbeherrscher dieser gegenwärtigen Finsternis. Paulus ist überzeugt davon, dass dieses gegenwärtige, böse Zeitalter verwickelt ist in die Fallstricke Satans und entfremdet von Gott und unter der Herrschaft gefallener Mächte und Gewalten (Galater 1:4). Das Neue Testament geht davon aus, dass Satan zwar nicht mehr die Herrschaft über diese Welt gehört, dass er jedoch begrenzte Macht und Autorität hat. Die Leiden und Nöte der Menschheit haben mit ihm seinen Ursprung. Leiden, Tragödien und Schmerz sind keine Strafen eines zornigen Gottes. Sie sind das Ergebnis des Lebens in einer gefallenen Welt und manchmal ein direkter Angriff des Reiches Satans.

Die Wunder von Jesus sind Angriffe auf Satan und seine dämonischen Mächte; sie kehren die Festung Satans um und demonstrieren das Reich Gottes. Jesus kündigte das Reich Gottes mit seinen Worten an und steckte gleichzeitig mit seinen Werken einen Bereich ab, in dem das Reich Gottes die Herrschaft Satans beiseite drängte.

Die Wunder von Jesus spielen sich in vier verschiedenen Bereichen ab: Austreiben von Dämonen, Heilung von Krankheiten, Umgang mit der Natur und Überwinden des Todes.

Hinter den Kulissen. Dämonen.

Die Griechen betrachteten Dämonen als Geister der Verstorbenen, die mit übernatürlicher Kraft ausgestattet waren. Die Juden dachten mehr an Engel und Geister als an Dämonen. Engel verstand man als Botschafter Gottes, die, wenn sie auf der Erde auftauchten, in menschlicher Form erschienen (Daniel 10:18). Im Alten Testament war Satan einfach einer dieser Engel, die mit göttlicher Erlaubnis Hiob versuchen durften (Hiob Kapitel 1 und 2). Selbst Geister, die als böse Geister identifiziert werden konnten, betrachtete man im Alten Testament in erster Linie als Abgesandte Gottes (Richter 9:23; 1. Samuel 16:14-15).

In der Periode zwischen dem Alten und dem Neuen Testament (404 v. Chr. bis 4 n. Chr.) florierte unter den Juden der Glaube an Engel und Geister. Engel stellte man sich als eine Armee vor, die im abschließenden Kampf gegen das Böse teilnehmen werden. In Opposition zu den guten Engeln und Geistern standen die gefallenen Engel oder bösen Geister (1. Henoch 15:8-12) unter der Führung Satans.  

•Was können Dämonen tun?

Sie können uns geistlich, körperlich, mental und emotional Schaden zufügen und uns durch falsche Lehren in die Irre führen.

•Wo sind Dämonen?

Einige sind bereits bis zum Jüngsten Gericht im Gefängnis in Ketten gelegt (1. Petrus 3:18-22; 2. Petrus 2:4; Judas 6). Andere sind bis zum Ende der Zeit im Abgrund (Lukas 8:31; Offenbarung 20:1). Wieder andere sind frei unterwegs um allen nur möglichen Schaden anzurichten (Epheser 6:10-13).

•Was sind Dämonen?

Sie sind intelligent (Apostelgeschichte 16:16-18). Sie sind Geister (Lukas 10:17-20). Sie sind böse (Matthäus 12:43- 45). Sie wissen um ihr eigenes Ende (Matthäus 8:29; Jakobus 2:19). Sie haben übernatürliche Stärke (Lukas 8:29; Apostelgeschichte 19:11-17). Doch sie müssen sich dem Namen von Jesus beugen (Markus 5:7; Lukas 8:26-29).

Die Werke von Jesus im Zusammenhang mit Dämonen

Wenn Jesus einen Dämon aus einer Person austrieb, war das ein direkter Angriff auf Satan. Zu Beginn des Dienstes von Jesus (Markus 1:15) widerstand er den Angriffen des Feindes in der Wüste und demonstrierte, dass ein Bereich der Natur in der Gegenwart von Jesus wiederhergestellt worden war. Die wilden Tiere waren bei ihm, fügten ihm jedoch keinen Schaden zu (Markus 1:13). Als Jesus die Wüste verließ, kam er um in der Synagoge von Kapernaum zu predigen, dass die Herrschaft Gottes gegenwärtig sei.  Kaum hatte er seinen Mund geöffnet, griffen die dämonischen Mächte auch schon an. Man kann nur vermuten, dass er wohl über das Reich Gottes gelehrt hat. Ein Dämon erkannte Jesus („Ich weiß, wer du bist. Du bist der Heilige Gottes”) und der Dämon wusste, dass Jesus gekommen war um ihn zu vernichten.

Jesus bedrohte den Dämon und forderte ihn auf, zu verstummen (Markus 1:25). Die beiden hier verwendeten griechischen Worte sind sehr stark. „Bedrohen“ kann definiert werden als schelten, anprangern oder zensieren um eine Aktion zu beenden. „Verstumme“ kann definiert werden als mundtot machen oder abwürgen. Jesus erhob sich gegen den Dämon, prangerte ihn an und machte ihn mundtot und setzte den dämonisierten Mann frei. Es ist nicht nur Satan, der „Starke“ aus Markus 3:27 allein, der gebunden werden muss. Auch seine Mitarbeiter müssen angegriffen, bedroht, mundtot gemacht und vernichtet werden.

Als Jesus den Jungen mit einem stummen Geist befreite (Matthäus 17:18; Markus 9:25; Lukas 9:42), wird dasselbe Wort “bedrohen” benutzt. Das Austreiben von Dämonen und das Zerschmettern des herrschenden Zugriffs Satans auf die gestohlene Welt waren der Beweis dafür, dass das Reich Gottes, das Jesus angekündigt hatte, tatsächlich gekommen war. Das Reich Gottes kommt gleichzeitig mit dem Austreiben von Dämonen aus dem Leben von Menschen in der Gegenwart. Darin unter anderem manifestiert es sich. Das Reich Gottes wird weltweit bei der Wiederkunft von Jesus in seiner Fülle und Vollkommenheit erscheinen. Dann werden alle Aktivitäten von Dämonen aufhören.

Bis zu diesem zukünftigen Moment gehen die Kämpfe weiter obwohl der entscheidende Kampf von Jesus am Kreuz bereits gewonnen wurde. Der Aufruf an die Armee Gottes lautet, Satan und seine dämonischen Freunde aufzustöbern und in ihre Schranken zu verweisen.



Es ist immer wichtig, Gelerntes anzuwenden. Bitte den Heiligen Geist, dir zu helfen.


•Wie verstehst du den Einsatz des Übernatürlichen durch Jesus?
•Hast du je die Erfahrung gemacht, selbst einen Dämon auszutreiben?
•Was hältst du in diesem Bereich des Kampfes für deine Verantwortung?
 

Teil 11: Ist Krankheit ein Werk Satans?
 

                                     


Ein Angriff auf das Reich Satans – Die Peitschenhiebe des Feindes

Das Denken der Menschen im ersten Jahrhundert besagte klar, dass Krankheit ein Werk Satans war, eine schwere Waffe seiner dämonischen Macht. Krankheiten und Gebrechen waren Wege, durch die Satan die Welt regierte. Als Jesus die Kranken heilte, drängte er damit das Reich Satans zurück. Durch das Heilen von Menschen griff Jesus nicht nur die Dämonen, sondern auch ihr Werk an. Er machte den von ihnen angerichteten Schaden rückgängig.

Das Wort “Plage” in den folgenden Passagen übermittelt nicht die Macht der Originalsprache.

•Denn er heilte viele, so dass alle, die eine Plage hatten, ihn überfielen, um ihn anzurühren. (Markus 3:10)

•Und alsbald vertrocknete der Quell ihres Blutes, und sie merkte es am Leibe, dass sie von der Plage geheilt war.
(Markus 5:29)
•Er aber sprach zu ihr: Tochter, dein Glaube hat dir geholfen! Gehe hin im Frieden und sei von deiner Plage gesund! (Markus 5:34)


Das originale Wort ist martix und es wird definiert als Peitschenhieb. Es ist dasselbe Wort, das in Apostelgeschichte 22:24 und Hebräer 11:36 mit Geißelhieb übersetzt wird. Der Gedanke dahinter ist, dass Krankheit gesehen werden kann als werde man vom Feind ausgepeitscht.  

Die durch den Bösen ausgeteilten Peitschenhiebe waren gewöhnliche Krankheiten, die das westliche Denken oft als “normale” Erfahrungen betrachtet – Fieber, Krebs, Herzkrankheiten. Jesus betrachtete sie jedoch als die Folge satanischer Unterdrückung. Satan gebraucht eine geistliche Peitsche um Menschen Schmerzen zuzufügen.

Krankheit ist kein Bestandteil des Planes Gottes für seine Schöpfung. Satan regiert diesen gefangen genommenen Raum indem er in der Welt Leiden und Qualen verursacht. Jesus kam um die Peitsche vom Rücken derjenigen zu nehmen, die von Satan versklavt wurden (Lukas 7:21).

Die verkrüppelte Frau (Lukas 13:10-17):

Die Haltung der medizinischen Welt ist, dass Krankheit immer durch physische (oder allenfalls noch psychische) Faktoren verursacht wird. Jesus schrieb Krankheit jedoch direkt der Perversität Satans zu. Er wies auf eine kleine, alte Dame, die seit achtzehn Jahren wie ein Hufeisen gekrümmt war und erklärte, ihr körperliches Leiden sei durch die Macht Satans (Lukas 13:16). Man könnte nun argumentieren, dass Dr. Lukas eine andere Weltsicht hatte, die sich von der heutigen, medizinischen Weltsicht doch stark unterschied.

Wir mit unserer westlichen Denkweise betrachten verkrüppelnde Krankheiten oft als den Willen Gottes im Leben einer Person oder meinen, dass wir den Sinn hinter all diesen Dingen sowieso alles erst im Himmel besser verstehen. Die westliche Theologie lässt keinen Raum für satanische Einflüsse im Bereich von Krankheit. Das war bei Jesus ganz anders. Bei vielen Gelegenheiten schaute er eine kranke Person an und nannte ihre Krankheit das Werk des Teufels, nicht den Willen Gottes (Lukas 13:11-16). Diese Passage ist voll geladen mit grundlegender, theologischer Bedeutung. Man mag beachten, dass die Frau einen Geist der Krankheit hatte. Der Arzt Lukas bestätigte den Gedanken, dass Krankheit einem Menschen durch eine übernatürliche Macht zugefügt werden kann. Lukas setzte diesen Geist der Krankheit mit Satan gleich, demjenigen, der hinter dieser Verkrüppelung und Gebundenheit stand.

Jesus griff die dämonischen Heerscharen an als er diese kranke Frau heilte (Lukas 13:13). Edward Langton glaubt, dass spezielle Dämonen mit verschiedenen Krankheitsformen assoziiert werden können.

Die Schwiegermutter von Petrus (Lukas 4:28-39):

Jesus bedrohte das Fieber als er die Schwiegermutter von Petrus heilte. Er gebrauchte dieselbe Sprache, die er bei dem Dämon in Lukas Kapitel 13 verwendet hatte. Da Worte Schlüssel zu unseren Gedanken sind, schließe ich daraus, dass Jesus hier dieselben Worte gebrauchte weil er eine tödliche Einheit zwischen Krankheit und Satan sah. Er sprach direkt zu dem Fieber und befahl ihm, die Frau zu verlassen.

Der dämonisierte Junge (Matthäus 17:14):

Matthäus bringt Krankheit und Dämonen in dieser Geschichte des dämonisierten Jungen in Verbindung. Markus berichtet nur, dass der Junge dämonisiert war. Matthäus fügt die Information hinzu, dass der Junge unter Epilepsie litt. Jesus bedrohte den Dämon und schickte ihn weg und der Junge war geheilt.

Bist du derjenige?

Als Johannes der Täufer einen Bericht darüber erhielt, dass Jesus Kranke heilte, schickte er seine Jünger zu ihm um ihn zu befragen. Seine Jünger fragten Jesus im Auftrag von Johannes: "Bist du derjenige, der kommen sollte oder müssen wir auf einen anderen warten?" Jesus gab keine verbale Antwort, sondern reagierte indem er “viele heilte, die unter verschiedenen Krankheiten und bösen Geistern litten" (Lukas 7:18-21). Hierdurch erfüllte er Prophetien aus dem Alten Testament über den Messias, die Johannes gut kannte. In diesem Vers bedeutet das Wort „Krankheit“ wieder Peitschenhieb. Beachte, dass in diesem Kontext das Wort in Bezug auf Krankheit und böse Geister verwendet wird.

Später, als Johannes der Täufer im Gefängnis war, ließ er noch einmal zu Jesus senden und bat um eine Bestätigung, das Jesus in der Tat derjenige sei, der das Reich Gottes bringen sollte. Jesus antwortete indem er zuerst eine Heilung wirkte und dann seine Jünger mit der Botschaft zu Johannes zurück sandte: "Geht hin und erzählt Johannes, was ihr gesehen und gehört habt" (Johannes 7:22). Jesus brachte seinen Dienst auf den Punkt indem er seine Worte und Werke hervorhob. Wieder sind es die Dinge, die in den Prophetien des Alten Testaments eindeutig über den Messias geweissagt wurden.

Er ließ Johannes wissen, dass die Blinden sehen, die Lahmen gehen, die Aussätzigen rein werden, die Tauben hören, die Toten auferweckt werden, und den Armen die frohe Botschaft verkündigt wird. Welche frohe Botschaft? Satans Macht wurde durch den Dienst von Jesus gebrochen. Woher kennen die Armen diese Botschaft? Die Blinden werden geheilt. Die Lahmen können wieder gehen. Die Aussätzigen werden wieder rein. Die Tauben können wieder hören. Die Toten werden wieder lebendig. Die Herrschaft Gottes durchdringt das Reich Satans.


Die heutige Sicht

Die heutigen Menschen in der westlichen Welt haben Schwierigkeiten damit, zu glauben, dass Krankheit ein Werk Satans sein kann. Sie betrachten diese Sichtweise als mittelalterlich, abergläubig und total unglaubwürdig in einem aufgeklärten Zeitalter. Die antike Welt wird als unreif und unausgegoren in ihrer Überzeugung gesehen, dass Krankheit durch Dämonen verursacht sein kann. Krankheit als dämonisch verursacht anzunehmen bedeutet für den westlichen Menschen, ein primitives Weltverständnis zu haben. Die westliche Schulmedizin ist davon überzeugt, dass Krankheit durch Viren und Erreger verursacht wird, nicht durch Dämonen. Während es ganz sicher zutreffend ist, dass bestimmte Viren und Erreger bei bestimmten Krankheiten immer in der erkrankten Person zu finden sind, sind sie nicht die wahre und einzige Ursache, sondern vornehmlich ein Symptom. In der westlichen Weltanschauung macht man sich darüber lächerlich, dass Krankheit ein direktes Werk Satans sein könnte und lehnt diese Sichtweise total ab. Viele glauben ja nicht einmal, dass es den Teufel und Dämonen wirklich gibt.

“Nehmen Sie zwei Aspirin und rufen Sie mich morgen noch einmal an.“

Was ist das Erste, was wir tun, wenn wir Kopfschmerzen oder Fieber oder andere Beschwerden bekommen? Beten wir oder gehen wir zum Medizinschränkchen und holen uns zwei Aspirin? Wenn Letzteres der Fall ist, bedeutet das dann, dass wir Krankheit als etwas vom Ursprung her Körperliches und nicht Geistliches ansehen?

Es geht hier nicht darum, alle anderen Erklärungen für eine Krankheit zu verachten. Wenn wir bohrende Zahnschmerzen haben, sollten wir nicht jedes Mal automatisch davon ausgehen, dass Satan uns gerade quält. Wir können den Wert gewisser medizinischer Maßnahmen anerkennen und dennoch eine biblische Überzeugung haben und verstehen und einkalkulieren, dass Satan die Quelle körperlicher Leiden sein kann.

Sind wir so blind geworden weil wir heute ein tödliches Virus isolieren und ihm einen griechischen oder lateinischen Namen geben können? Es gibt zweifellos ein Element des geheimnisvollen und heimtückischen Bösen in Krankheiten. Sie rauben uns unsere Kinder oder Ehepartner, machen uns inaktiv und unproduktiv, nehmen uns die Freude am Leben und unsere Visionen und Pläne und stehlen uns unsere Hoffnung. Wenn Jesus Krankheiten begegnete, philosophierte er nicht darüber. Er fertigte keine psychologische Studie an. Er theologisierte auch nicht darüber herum. Er erklärte den Krankheitsverlauf nicht in medizinischer Fachsprache. Er machte einfach kurzen Prozess und heilte den betreffenden Menschen. Wären wir nur wie Jesus!



Es ist immer wichtig, Gelerntes anzuwenden. Bitte den Heiligen Geist, dir zu helfen.



•Wann hast du zuletzt einen Peitschenhieb vom Feind einstecken müssen? Hast du es damals als einen Angriff
gesehen? Warum oder warum nicht?
•Glaubst du, dass deine Weltanschauung dazu geführt haben kann, dass du Krankheit auf unbiblische Weise
siehst?
•Hast du dich auch schon gefühlt wie Johannes der Täufer und dich gefragt, ob Jesus wirklich der vom Himmel
Gesandte Gottes ist?
•Wie würdest du die Überzeugung untermauern, dass Satan die Wurzel von Krankheiten sein kann?
•Wie ist deine Reihenfolge? Betest du zuerst und suchst dann medizinische Hilfe oder umgekehrt? Was sagt das
über deine Theologie aus?


 

Teil 12: Macht über die Natur und den Tod
 

                              


Macht über die Natur

Dämonische Mächte verwüsten das Leben der Menschheit durch Dämonisierung und Krankheit. Indirekt üben sie ihren pervertierten Einfluss aber auch dadurch aus, dass sie die Natur dazu bringen, Amok zu laufen. Das ist ein Schlüssel zum Verstehen der Naturwunder.

Der Sturm auf dem See (Markus 4:35-41):

Oft wird diese Geschichte herangezogen um die Fähigkeit von Jesus hervorzuheben, innere Harmonie herbeizuführen, so unter dem Motto: „Wenn der Wind und die Wellen des Lebens anfangen, dein Schiff zum Sinken zu bringen, ist Jesus da um zu sagen: 'Ruhe, schweig’ still!'" Während es ganz sicher wahr ist, dass Jesus Frieden in ein vom Sturm gepeitschtes Leben bringen kann, ist das hier nicht die primäre Absicht, weshalb Markus diese Geschichte überliefert. Er wollte seinen Lesern vielmehr demonstrieren, dass Jesus auch in einem Konflikt mit der Natur selbst stand.

Nach der Aussage von Paulus (Römer 8:21) halten die Mächte des Bösen die ganze Schöpfung in Gebundenheit und Verfall. Als Gott am Anfang alles erschuf, gab er den Menschen die Herrschaft über alle Dinge. Satan hat diese Herrschaft durch den Sündenfall an sich gerissen. Als Jesus und seine Jünger in dem Boot saßen, versuchte Satan, seine Herrschaft über die Natur zu behaupten. Die zwölf Jünger riefen voller Panik: „Meister, wir kommen um!"

Sie weckten Jesus und dieser bedrohte sofort den Sturm. Das Wort, das Markus hier für „bedrohen“ verwendet, ist dasselbe Wort, das auch im Falle des dämonisierten Mannes in der Synagoge und im Fall des Fiebers der Schwiegermutter von Petrus  gebraucht wurde. Jesus sprach zu dem Sturm und befahl dem See, still zu sein. Hier wird auch wieder dasselbe Wort verwendet wie gegenüber dem Dämon, den er aus dem Mann in der Synagoge austrieb. Er schalt den See auf die gleiche Weise wie den Dämon.

Man kann daraus die Schlussfolgerung ziehen, dass Jesus dieselben Worte gebraucht wenn er es mit Dämonen und Krankheit zu tun hat wie im Falle von Naturkatastrophen, weil er dahinter dieselbe Ursache sah. Durch die Wiederherstellung des zuvor dämonisch besessenen Mannes griff Jesus die Person des Dämons an. Indem Jesus die Schwiegermutter von Petrus heilte und den See dazu brachte, folgsam zu sein, griff er direkt das Werk der jeweiligen Dämonen an.

Macht über den Tod

Der Tod war die letzte Bastion der Herrschaft für Satan. Der Tod war seine mächtigste und am meisten gefürchtete Waffe. Der Tod war endgültig! Für die Hungernden gab es immer noch die Hoffnung, dass es einmal wieder etwas zu essen geben würde. Für die Kranken gab es immer noch die Hoffnung, dass sie eines Tages geheilt werden würden. Doch für die Sterbenden war alle Hoffnung dahin. Das Grab schrieb das Wort „Ende“ über alle Hoffnungen der Menschheit. Genau auf diesem Gebiet des Todes brach Jesus Satan das Genick. Die Wunder der Auferweckung von Toten sind wichtige Aspekte des Dienstes von Jesus als Demonstration des Reiches Gottes. Es gibt drei spezifische Begebenheiten und einen allgemeinen Fall über das Auferwecken von Toten in den Evangelien.

Der Sohn der Witwe (Lukas 7:11-17):

Nain lag etwa 40 Kilometer entfernt von Kapernaum. Als Jesus mit seinen Jüngern in Richtung Nain reiste, trafen sie auf eine Beerdigungsprozession. Bewegt von Mitleid mit der Mutter des toten Jungen berührte Jesus den Sarg und sprach zu dem jungen Mann. Zur Überraschung der gesamten Trauergemeinde setzte sich der tote Junge auf und sprach. Als Jesus die Herrschaft Gottes in das Terrain des Todes hinein sprach, war dessen Macht gebrochen. In die Kälte und Endgültigkeit im Leben dieser Witwe brachte Jesus die Wärme und Barmherzigkeit des Reiches Gottes.

Die Tochter von Jairus (Markus 5:21-24; 35-43):

Jairus war der Leiter der örtlichen Synagoge. Er hatte sich mit der Krankheit seiner 12jährigen Tochter auseinandersetzen müssen. Er bat Jesus um Hilfe. Auf dem Weg zum Zuhause des Jairus machte Jesus eine Pause und heilte eine Frau, die schon genauso viele Jahre unter ständigen Blutungen gelitten hatte wie die Tochter von Jairus am Leben war. Als Jairus, Jesus und seine Jünger schließlich beim Zuhause von Jairus angekommen waren, wurde dieser sogleich mit der tragischen Nachricht begrüßt, dass seine Tochter gestorben sei. Die Pause der Barmherzigkeit für die Frau mit dem Blutfluss war kostspielig gewesen. Seine Diener erzählten Jairus, Jesus würde nun nicht mehr gebraucht, es sei alles zu spät. Der Tod hatte alle Hoffnungen und Erwartungen und jeglichen Optimismus in der Familie von Jairus zerschlagen. Sein kleines Mädchen war tot. Es war endgültig!

Eine der Schwierigkeiten, die wir in der westlichen Welt etwa 2.000 Jahre nach den Berichten aus der Bibel haben, sind die zwei Jahrtausende christlicher Tradition. Wir stehen auf der positiven Seite von Ostern. Wir sehen den Tod nicht länger mit denselben Augen wie die Menschen vor der Auferstehung von Jesus den Tod sahen. Wir sehen den Tod als eine Tür ins Jenseits, einen Eintritt in die Gegenwart eines liebenden Vaters, mit dem wir in alle Ewigkeit Gemeinschaft haben werden. Versuche einmal für einen Augenblick, dein christliches Verständnis vom Tod vorübergehend beiseite zu schieben. Betrachte einmal den Tod wie er sich vor der Auferstehung von Jesus darstellte. Der Tod war endgültig. Keine Hoffnung, denn das Leben selbst war geschwunden. Stehe für einen Augenblick gedanklich auf dem Friedhof der antiken Vergangenheit und sieh’ einen Vater seine einzige Tochter von zwölf Jahren beerdigen. Tot, bevor das Leben für sie erst so richtig angefangen hatte. Erfasse den qualvollen Gedanken der Endgültigkeit, eingehüllt in das Leichentuch des Todes, wenn du dich der kalten und harten Tatsache zu stellen versuchst, dass deine einzige Tochter fort ist, ohne jede Verheißung, sie jemals wieder zu sehen. Empfinde die Leere, das Vakuum, das Jairus gefühlt haben muss als er die Nachricht vernahm, dass seine Tochter tot war. Das muss ihn wie ein Hammerschlag getroffen haben: “Sie ist tot. Bemühe den Meister nicht länger.” Die Depression setzte bereits ein.

Jesus allerdings hatte eine ganz andere Sichtweise. Er begann, die Atmosphäre um ihn herum zu verändern. Er schickte alle mit Ausnahme eines kleinen Teams und ihren Eltern aus dem Zimmer des Mädchens. Er sprach zu dem toten, leblosen Körper und das Leben strömte wie ein Sturzbach zurück in sie. Aus den Klauen der Niederlage war der Sieg gerissen worden. Der Tod war durch die Herrschaft Gottes besiegt worden. Jesus war in das Lager des Feindes gekommen und hatte dessen gewaltigste Waffe vernichtet.

Jesus war im Angriffsmodus, entschlossen, das Haus des Starken zu plündern. Er trieb Dämonen aus, stillte Stürme, heilte die Kranken, verfluchte das Unfruchtbare, speiste die Hungrigen und warf den Tod zurück in den Abgrund. Der Sieg über das Grab war der letztendliche Schlag. Es war ein Vorgeschmack auf den ultimativen Siegesstreich, den Jesus dem Feind versetzte als er durch die mächtige Hand Gottes von den Toten auferstand.

Die Schreiber der Evangelien stellen Jesus nicht als eine Art Opfer dar, das zum Schlachter geführt wird. Er war der Erobernde, Besiegende, der sich dem Kreuz unterwarf damit er zum Thron aufsteigen konnte. Der Tod von Jesus war kein Ende. Satan mag geglaubt haben, er hätte gewonnen. Doch das hat er nicht. Der Tod von Jesus war lediglich ein Mittel zu seinem endgültigen Sieg über Satan: seine Auferstehung. Jesus kündigte nie seinen Tod an ohne zugleich auch seine Auferstehung anzukündigen (Matthäus 16:21; 17:22-23; 20:17-19; Markus 8:31-33; Lukas 9:22).

Die kosmischen Beiklänge des Krieges und des Gerichts sind alle da, in dem Kreuz: Finsternis zu einer seltsamen Tageszeit; Felsen, die zersplittern; ein Erdbeben; Menschen, die aus ihren Gräbern kommen. Der Kampf war ausgefochten worden und Satan hatte verloren.

Die Auferstehung von Jesus versichert, bestätigt und vervollständigt den Sieg des Reiches Gottes über das Reich Satans. Genau aus diesem Grund ist die Auferstehung exakt das Herzstück der Botschaft der Urgemeinde. Sie war die endgültige, beglaubigte Ankündigung der Tatsache, dass Gott den Kampf gewonnen hat und dass die Erstlingsfrüchte des zukünftigen Zeitalters angekommen waren. Paulus beharrte darauf, dass es getrennt von der Auferstehung kein Christentum gibt (1. Korinther 15:14, 17). Es war ein entscheidendes Ereignis in der Geschichte. Wenn Jesus nicht aus dem Grab auferstanden wäre, wäre Satan in der Tat stärker gewesen als Gott.

Der Tod ist im westlichen Christentum irgendwie romantisiert worden. Er wird oft als eine Art nette Befreiung gesehen, die uns ein liebender Vater gewährt, der uns sanft zu sich heim ruft. Weit entfernt von der Einstellung der ersten Christen! Sie sahen den Tod als einen Feind, als ein Werk Satans, darauf ausgelegt, sie zu zerstören. Paulus erzählte den Korinthern, dass der Tod der letzte Feind sei, der vernichtet werden muss (1. Korinther 15:26). Er war sowohl chronologisch der letzte Feind als auch in der Hinsicht, dass er die mächtigste Festung Satans war. Der Verfasser des Hebräerbriefes fasst es zusammen: „..dass er durch seinen Tod den vernichten möge, der die Macht des Todes hat, das ist der Teufel“ (Hebräer 2:14).

Zusammenfassung
Der Dienst von Jesus zur Demonstration des Reiches Gottes kann deutlich an seinen Worten und Werken wahrgenommen werden. Sein Dienst im Umgang mit Dämonen, Krankheit, der Natur und dem Tod sind Modelle, die seine Nachfolger fortsetzen sollen. Das Reich Gottes ist mehr als eine Theologie, die es aufzurichten gilt; es ist ein Leben, das es zu leben gilt.

Unsere Aufgabe als Gläubige ist es, sein Wort und seine Werke in dieses gegenwärtige, böse Zeitalter hinein zu tragen. Wir sollten uns fortwährend darin üben und sensibel dafür sein, was der Vater tut und es ihm nachtun.



Es ist immer wichtig, Gelerntes anzuwenden. Bitte den Heiligen Geist, dir zu helfen.



•Wann hast du zum letzten Mal Autorität über das Wetter genommen? Glaubst du, dass du einer bedrohlichen
Wetterlage gebieten kannst? Welche Resultate wären möglich?

•In welchem Grad lebst du mit weniger als dem überfließenden Leben, das mit der Herrschaft Gottes einhergeht?
•In welcher Weise verändert die Auferstehung deine Sicht von der Endgültigkeit des Todes?
 

Teil 13: Leben zwischen den Zeitaltern – Die Vollendung des Reiches Gottes
 

                              


Das Spannungsfeld zwischen den beiden Zeitaltern

Wir leben im Spannungsfeld zwischen den beiden Zeitaltern: diesem gegenwärtigen, bösen Zeitalter und dem zukünftigen Zeitalter. Bei seinem ersten Kommen hat Jesus die Zukunft in die Gegenwart hinein gebracht. Wir müssen nicht auf irgendein zukünftiges Datum warten um die Zukunft zu erleben. Wir können das Reich Gottes hier und jetzt erleben, selbst in diesem gegenwärtigen, bösen Zeitalter. Der Tod von Jesus am Kreuz hat es für uns möglich gemacht, jetzt schon in dieses zukünftige Zeitalter einzutreten. Mit diesem Ereignis sind die Gläubigen vom Reich der Finsternis in das Reich Gottes transferiert worden (Kolosser 1:13). Das ist eine gute Nachricht. Gläubige können hier und jetzt das Leben des zukünftigen Zeitalters leben. Wenn Paulus davon spricht, „in Christus“ zu sein, sagt er damit, dass die Gläubigen die Kraft und das Leben des zukünftigen Zeitalters in ihrer gegenwärtigen Realität erfahren können (2. Korinther 5:17).

Wie wir bereits wiederholt gesagt haben, leben wir in diesem gegenwärtigen, bösen Zeitalter, doch mit dem Leben und der Kraft des zukünftigen Zeitalters in uns. Obwohl die gegenwärtige Erfahrung des zukünftigen Reiches Gottes nur partiell ist, ist sie doch real. Die vollständige Kraft des zukünftigen Zeitalters wird nicht in jedem Augenblick zum vollen Ausdruck kommen solange dieses böse Zeitalter noch besteht. Um das Werk zu vervollständigen, das Jesus bereits begonnen hat – die Amtseinführung des Reiches Gottes – muss er wiederkommen.

Die Vollendung des Reiches Gottes (Die Wiederkunft von Jesus)

Im Folgenden finden wir die Worte, die das Neue Testament für die Wiederkehr von Jesus gebraucht:

Parousia
Dieses Wort kann man übersetzen mit Gegenwart (1. Thessalonicher 3:13) und Ankunft (1. Korinther 16:17). Das Wort wird oft benutzt um den Besuch einer hochrangigen Persönlichkeit zu beschreiben, besonders wenn es darum ging, dass Könige oder Kaiser ihre Provinzen besuchten. Jesus wird im Neuen Testament dargestellt als zur Rechten des Vaters im Himmel sitzend. Er wird die Erde erneut persönlich besuchen (Apostelgeschichte 1:11) und zwar zum Ende des Zeitalters (Matthäus 24:3). Er wird in Macht und Herrlichkeit kommen (Matthäus 24:27) um die in Christus Verstorbenen aufzuerwecken (1. Korinther 15:23). Er wird die Seinen sammeln (2. Thessalonicher 2:1; siehe auch Matthäus 24:31) und das Böse vernichten (2. Thessalonicher 2:8).

Apokalypsis
Dieses Wort wird übersetzt mit offenbart (2. Thessalonicher 1:7). Man könnte es auch mit Enthüllung oder Bekanntmachung übersetzen. Das zweite Kommen von Jesus wird der Welt seine Herrschaft bekannt machen (Philipper 2:10-11). Seine apokalypsis wird für die Welt die Offenbarung der Herrlichkeit und Macht sein, die jetzt schon ihm gehört (2. Thessalonicher 1:7).

Epiphaneia
Dieses Wort wird übersetzt mit Kommen (2. Thessalonicher 2:8). Man könnte es auch mit Erscheinen übersetzen und das würde auf die Sichtbarkeit der Wiederkehr von Jesus hinweisen. Obwohl größtenteils auf die so genannten pastoralen Briefe beschränkt, gebraucht Paulus das Wort um der Gemeinde in Thessaloniki zu sagen, dass Jesus den Mensch der Gesetzlosigkeit durch den Hauch seines Mundes schlagen und „durch die epiphaneia seiner parousia" vernichten wird (2. Thessalonicher 2:8). Die Wiederkehr von Jesus wird nicht im Geheimen oder Verborgenen ablaufen, sondern ein sichtbares Einbrechen der Herrlichkeit Gottes in die Geschichte sein.

Das zweite Kommen ist die persönliche und sichtbare Rückkehr desselben Jesus, der weggegangen ist wie es von Lukas in Apostelgeschichte 1:11 aufgezeichnet wurde. Als Jesus zum ersten Mal kam, brachte er die Herrschaft Gottes und besiegte Satan. Bei seinem zweiten Kommen wird es eine vollkommene Wiederherstellung der Herrschaft Gottes in der Welt geben. Die klassische Position, die in den Glaubensbekenntnissen der frühen Gemeinde wie zum Beispiel im apostolischen Glaubensbekenntnis eingenommen wird, unterscheidet sich von der Position, die moderne Dispensations-Theologen vertreten. Diese Theologie lehrt, dass das Kommen von Jesus in zwei Teilen erfolgt: der erste Teil ist eine geheime Entrückung der Gemeinde und der zweite erfolgt etwa sieben Jahre später. Diese Ansicht wird in der Scofield Bibel vertreten, ist jedoch fragwürdig.

Die Entrückung

Die Entrückung wird in 1. Thessalonicher 4:16-17 beschrieben. Mit dem Begriff will Paulus die plötzliche Transformation der Lebenden ausdrücken, denn der schwache, vergängliche Körper dieser Weltordnung wird in den mächtigen, unvergänglichen Körper verwandelt, der in die neue Ordnung des zukünftigen Zeitalters gehört. Es ist das Zeichen des Übergangs von der Ebene der sterblichen Existenz in die Unsterblichkeit.

Der Tag

Ein anderes Wort dafür ist der Tag. Dieser Begriff nimmt verschiedene Formen an, so zum Beispiel der Tag des Herrn. Im Hinblick auf die Tatsache, dass für Paulus und die frühe Gemeinde der erhöhte Christus der Herr ist (Philipper 2:11), sind alle Bemühungen, zwischen der Tag des Herrn und der Tag des Christus, worin man zwei verschiedene Programme finden will – eines für Israel und eines für die Gemeinde – irrig. Diese Ausdrücke beziehen sich alle auf ein und dasselbe Ereignis.

Das Wiederkommen von Jesus ist ein Ereignis für alle Menschen. Es bedeutet entweder Erlösung oder Gericht, abhängig von der Beziehung des jeweiligen Menschen zu Jesus. Doch bei der Erlösung geht es nicht nur um Menschen; es geht auch um die Transformation der physikalischen Ordnung. Die Wiederkehr von Jesus ist ein kosmisches Geschehnis, bei dem Gott, der die Menschen bereits durch das erste Kommen von Jesus besucht hat, sie erneut als der verherrlichte Christus besuchen wird. Das Ziel der Erlösung ist nichts Geringeres als die Einsetzung von Gottes Herrschaft über die gesamte Schöpfung.

Andere beachtenswerte Begriffe

Rebellion Das hier verwendete Wort lautet Abtrünnigkeit und ist von einigen Theologen als Weggehen übersetzt worden. Es gibt in der altertümlichen Literatur jedoch keinerlei Anhaltspunkt für eine solche Übersetzung. Das Wort bedeutet gewöhnlich “unumwundene Opposition gegenüber Gott”. Das ist kein Abfallen, wie oft gesagt worden ist, sondern vielmehr eine Gleichgültigkeit gegenüber Gott und seiner Autorität (1. Timotheus 4:1).

Der Mensch der Gesetzlosigkeit offenbart

Dies wird gewöhnlich als auf den Antichrist bezogen verstanden. Paulus hinterlässt seinen Lesern eine Beschreibung des Charakters des Antichristen. Der Geist des Antichristen ist bereits hier (1. Johannes 4:3). Zum Abschluss dieses gegenwärtigen, bösen Zeitalters wird alles Böse in einem einzigen Menschen verkörpert sein und dies ist der Antichrist. Er wird alle sowohl weltliche als auch geistliche Autorität für sich alleine beanspruchen. Er wird die totale Unterwerfung einschließlich Verehrung und Anbetung verlangen. Sein Charakter ist gesetzlos. Seine Bestimmung ist besiegelt. Er ist zur Vernichtung verdammt. Seine Aktivität wird darin bestehen, sich selbst vor Gottes Angesicht als Gott einzusetzen.

Das Kommen des Reiches Gottes

Wenn Jesus von Vollendung spricht, tut er das mit Symbolen. Das Evangelium von Markus beschreibt kurz das Ende dieses gegenwärtigen, bösen Zeitalters und das Kommen des Reiches Gottes. Jesus spricht über dieses Ereignis und schildert Katastrophen, die den ganzen Kosmos beeinflussen werden. Himmelskörper werden entstellt. Die Sonne verdunkelt sich und der Mond verwandelt sich in Blut. Wir müssen uns in Erinnerung rufen, dass wir es hier mit poetischer Sprache zu tun haben, die am besten vor dem Hintergrund des Alten Testaments zu verstehen ist. Dort deutet solche Sprache oft an, dass göttliches Gericht unmittelbar bevorsteht.

Was sollten wir denn nun tun?

Verschiedene Bemerkungen von Jesus könnten uns zu der Überzeugung führen, dass das Kommen des Reiches Gottes unmittelbar bevorsteht (Matthäus 10:23; Markus 9:1; 13:30-31). Andererseits weisen andere Aussagen darauf hin, dass es noch eine Verzögerung oder einen Aufschub gibt bevor die Vollendung kommen wird (Markus 13:7-10; Lukas 19:11). Wir leben nun in dem Spannungsfeld zwischen den Zeiten. Es ist eigentlich schon da, aber auch wieder noch nicht ganz. Diese Unsicherheit ist oft für den westlichen Menschen schwer zu akzeptieren. Allzu oft versuchen wir, zu harmonisieren, was doch in diesem Spannungsfeld bleiben sollte. Wir müssen biblische Gedankenmuster in dem historischen Kontext verstehen, in dem sie gegeben wurden, statt sie in unsere modernen, analytischen Kategorien zu zwingen.

Es ist klar. Jesus wird wiederkommen. Es ist nicht klar, wann dieser Moment sein wird. Was sollen wir tun? Fleißig in diesem gegenwärtigen, bösen Zeitalter die Worte Jesu lehren und die Werke Jesu nach dem Muster des Reiches Gottes tun.



Es ist immer wichtig, Gelerntes anzuwenden. Bitte den Heiligen Geist, dir zu helfen.



•Wie beeinflusst das Leben im Spannungsfeld zwischen den Zeitaltern dein tägliches Leben? Was tust du nicht,
was du eigentlich tun solltest?
•Welche drei Dinge kannst du diese Woche tun um sicherzustellen, dass du das Reich Gottes an dein Umfeld
weitergibst? 

 

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