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Christ und Nikotin - das ungeliebte Thema

Der Konfikt wenn Christen rauchen und ihre Verbindung zu Gott und ihrem Körper.

Warum Rauchen? von D.Steenhuis

 

"Diesen Part haben wir mit von unserer alten Webseite übernommen, da diese Begriffe überdurchschnittlich oft bei Google und Co eingegeben worden sind." 

 

Ein Wort vorab

Vor dir liegen ein paar Zeilen über das Rauchen bei Gläubigen. Vielleicht fragst du, ob es denn nichts Wichtigeres gibt, über das man schreiben könnte. Natürlich; wir wissen, dass das Thema "Rauchen" nur ein Blättchen an einem Ast ist, der seinerseits mit dem "Sündenbaum" verbunden ist. Es gibt also noch mehr Themen, über die gesprochen oder geschrieben werden könnte. Uns lag aber gerade dieses Thema besonders am Herzen, und wir möchten deshalb unsere Gedanken darüber weitergeben. Vielleicht schreiben andere über die vielen übrigen "Blätter", wenn der Herr es in ihren Herzen bewirkt.

Wir hoffen, dass du die folgenden Seiten unter Gebet lesen und dich dabei in das Licht des Wortes Gottes stellen wirst. Es geht nicht darum, Gebote und Verbote aufzustellen, doch wir sollten uns vor dem Herrn fragen: Warum tun wir dieses oder jenes? Warum tun wir es so und nicht anders?

Diese Broschüre ist geschrieben worden, um dir in der Frage des Rauchens eine Hilfestellung zu geben.

 

1. Versklavung

Sklaven der Sünde

Du und ich — auch wir waren versklavt. Die Bibel sagt, dass wir Sklaven der Sünde waren (Röm 6,17). Wir wurden geknechtet von einem harten Herrn und hatten in uns selbst keine Möglichkeit, freizukommen. Es ging uns wie den Sklaven in Amerika, die auch keine Chance hatten, frei zu werden. Wir waren Sünder, dienten der Sünde und waren kraftlos. Man denke zum Beispiel an die Israeliten, die in der harten Sklaverei in Ägypten waren und sich nicht selbst befreien konnten. Gott musste es tun. Und Er hat es auch mit dir und mir getan. Er hat Seinen Sohn gesandt, um uns freizukaufen. Der Herr Jesus Christus ist unser wahrer Erlöser geworden; was wir nie geschafft hätten, hat Er getan. Er hat uns erlöst aus der Gewalt der Finsternis und uns in Sein wunderbares Licht gebracht. Welch eine Veränderung! Früher Sklaven der Sünde und jetzt Freie! Christus hat uns befreit!

Das gilt für jeden, der den Herrn Jesus als seinen Heiland und Erlöser kennt. Wenn das bei dir noch nicht der Fall ist, brauchst du nicht weiterzulesen. Für dich gibt es dann nur eine Botschaft: Glaube an den Herrn Jesus! Lass dich retten von diesem verkehrten Geschlecht! Erkenne vor Gott, dass du ein Sünder bist, und glaube an den Herrn Jesus, der gekommen ist, Sünder zu erretten. Erst wenn du dich zu Gott bekehrt hast, kannst du das Folgende wirklich begreifen.

 

Sklaven Gottes

Römer 6 macht uns noch etwas deutlich: Wir sind nämlich jetzt Sklaven Gottes geworden. Wir sind freigekauft worden von unserem früheren Gebieter, um nun einem anderen zu gehören. Die Bibel nennt das ebenfalls Sklavendienst; jetzt nicht mehr, um der Sünde zu dienen, sondern um Gott zu dienen: "Gottes Sklaven geworden, habt ihr eure Frucht zur Heiligkeit" (V. 22). Auch einige Apostel nennen sich Sklaven Jesu Christi oder Sklaven Gottes. Sie wollen damit sagen, dass sie nun dem Herrn Jesus dienen wollen, sie wollen jetzt so handeln, wie es zu ihrer neuen Stellung passt, und ihr Leben soll durch gerechte Taten gekennzeichnet sein. Sie sind ja Sklaven "der Gerechtigkeit zur Heiligkeit" geworden (vgl. V. 19b), und das bedeutet praktisch, dass ihr Leben in Zukunft einzig und allein Gott gehört. Wie der Herr Jesus Sich für uns heiligt (Joh 17,19), so müssen auch wir uns für Gott heiligen. Jeden Tag sollten wir praktisch erkennen lassen, dass wir dem Herrn angehören und dass nichts in unseren Taten oder Worten an früher erinnert.

 

Warum dann trotzdem noch versklavt?

Gibt es da noch einen Mittelweg? Früher waren wir geknechtet unter die Grundsätze dieser Welt, aber wir sind von Herzen dem Bilde der Lehre gehorsam geworden, sind freigemacht, für Gott abgesondert und Seine Sklaven geworden. Kann man dann trotzdem noch von etwas abhängig sein? Abhängigkeit von Drogen, vom Alkohol oder vom Rauchen ist ein Beweis dafür, dass wir nicht ganz frei sind, dass die Ketten, die uns früher banden, noch spürbar sind.

Paulus schreibt in 1. Korinther 6, 12: "Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles ist nützlich. Alles ist mir erlaubt, aber ich will mich von keinem überwältigen lassen."

Auch für uns gilt, dass wir nicht zwei Herren dienen können. Einen Mittelweg gibt es nicht.

 

2. Unser Leib

 

Ist er unwichtig?

Manchmal führen auch Christen den Vers an: "Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren", ohne dass von einem Todesfall die Rede ist, auf den diese Worte mit Sicherheit anwendbar sind. Man zitiert diesen Vers wohl, wenn es um den Leib schlechthin geht, und will damit sagen, dass man ihn zwar hat, dass er aber eigentlich doch nicht so wichtig ist, weil er ja wieder zu Staub wird.

Doch was sagt die Bibel über den Leib? Sehr viel, aber in unserem Zusammenhang mögen einige Schriftstellen aus dem ersten Brief des Paulus an die Gläubigen in Korinth genügen. Im sechsten Kapitel (V. 13-15) wird gesagt, dass unsere Leiber Glieder Christi sind. Nicht der Geist oder die Seele sind Glieder Christi, sondern unsere Leiber. Der Leib ist für Christus, und Christus ist für den Leib. Wenn der Leib für Christus ist, dann will das doch viel sagen. Könnten wir verstehen, dass Christus für den Leib ist, wir würden vor Bewunderung stillstehen. Der Leib ist wichtig; er ist für Christus.

Auch ist es unser Leib, der auf erweckt wird. In Römer 8,11 steht: "... so wird er, der Christus aus den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen ..."

 

Unser Leib ist der Tempel des Heiligen Geistes

In 1. Korinther 6 ist auch Vers 19 beachtenswert: "Oder wisset ihr nicht, dass euer Leib der Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt, den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euer selbst seid?"

Gott der Heilige Geist wohnt in unserem Leib. Ist dir das eigentlich bewusst?

Es wird außerdem gesagt, dass wir nicht uns selbst gehören; wir wurden gekauft, und für uns wurde bezahlt. Mit dem Eigentum anderer können wir nicht nach eigenem Gutdünken umgehen. Der Herr Jesus hat den Preis bezahlt, und wir gehören Ihm. Gott der Heilige Geist wohnt in uns. Das erwähnte sechste Kapitel endet mit den Worten: "... verherrlichet nun Gott in eurem Leibe."

Lasst uns das tun. Dazu sind wir noch auf dieser Erde: um Gott zu verherrlichen auch in unserem Leibe!

In 1. Thessalonicher 5,23 wird uns gesagt, dass nicht nur Geist und Seele, sondern auch unser Leib bei der Ankunft des Herrn tadellos bewacht werden möge. Römer 12,1 sagt, dass wir unsere Leiber darstellen sollen als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Schlachtopfer, welches unser vernünftiger Dienst ist. Demnach ist der Leib etwas Besonderes in Gottes Augen. Er wurde erkauft, gehört deshalb Ihm, ist für Ihn und ist ein Tempel des Heiligen Geistes. Dies alles zusammen gibt dem Leib einen ganz besonderen Stellenwert.

Wir müssen also sehr behutsam mit unserem Leib umgehen, denn er gehört nicht mehr uns selbst. Das bedeutet, dass wir vor diesem ernsten Hintergrund unsere Essgewohnheiten und die Befriedigung unserer Lüste in jeder Hinsicht abwägen müssen. Was dem Herrn gehört, müssen wir sorgfältig instand halten. Das gilt auch für unsere Gesundheit, und damit sind wir bei unserem Thema.

 

3. Das Rauchen

... und die Versklavung des Leibes

In der Bibel lesen wir nichts vom Rauchen. Es war damals wahrscheinlich unbekannt. Möglicherweise haben die Weißen es nach der Entdeckung Amerikas von den Indianern übernommen.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Rauchen eindeutig abhängig macht. Unzählig viele Menschen geben ehrlich zu, dass sie mit dem Rauchen wohl aufhören möchten, es aber nicht lassen können. Andere sagen, nachdem sie eine bestimmte Zeit (manchmal nur einen Tag) nicht geraucht haben, sie müssten unbedingt wieder etwas zu rauchen haben. Die Stoffe im Tabak machen abhängig und wirken betäubend; man kann das in der einschlägigen Literatur nachlesen. Fast täglich steht etwas über die schädliche und abhängig machende Wirkung des Tabaks in der Zeitung. Schon aus den Angaben, die auf den Zigarettenschachteln stehen müssen, geht hervor, dass Rauchen schädlich ist.

Dass Rauchen eine Form von Gebundenheit ist, gibt wohl jeder zu. Vielleicht sagst du jetzt, dass du zwar rauchst, aber nicht abhängig seiest. Dann lies bitte trotzdem weiter. Es gibt nämlich noch andere Argumente, die du bedenken solltest.

In Verbindung mit dem, was im ersten Kapitel über Versklavung gesagt wurde, ist es für jeden Christen, der vor Gott und vor sich selbst ehrlich sein möchte, undenkbar, von etwas abhängig zu sein. Das gilt auch für das Rauchen. Jede Form von Abhängigkeit muss vermieden werden. Auch wenn wir daran denken, welche Bedeutung dem Leib in der Bibel beigemessen wird (Kap. 2), muss das Rauchen abgelehnt werden. Wenn der Leib für Christus ist, kann ich dann für Christus rauchen? Wenn der Leib der Tempel des Heiligen Geistes ist, kann ich dann bewusst in dem Tempel etwas tun, was ihn schädigt? Verherrliche ich dann Gott in meinem Leibe? Wird Gott verherrlicht, wenn ich rauche?

Ich glaube, dass man das Thema Rauchen nicht mehr mit einem Achselzucken abtun kann. Der Herr hat Rechte, auch auf unseren Leib, denn er gehört Ihm. Unmöglich kann ich Ihn in Verbindung mit irgendeiner Art von Abhängigkeit oder Verunreinigung bringen. In der Welt wird nachdrücklich vor den Folgen des Rauchens gewarnt. Es wirkt zerstörend auf den Leib. Darf ich bewusst den Tempel des Heiligen Geistes zerstören oder ruinieren? Darf ich das, was Gott gemacht hat, verkommen lassen?

Meistens geht man rasch zum Arzt, wenn irgendetwas im Körper nicht stimmt. Auch anderen gibst du gleich den Rat, einen Arzt aufzusuchen, wenn sie Beschwerden haben. Und du selbst willst das nicht einstellen, was deinem Körper schadet?

Wagst du es wirklich, Gott um Gesundheit zu bitten, während du deinen Körper ruinierst? Ist das nicht ungefähr so, als wenn du dich mitten auf eine verkehrsreiche Straße stellst und dort um Bewahrung bittest?

Bruder oder Schwester, bedenke bitte diese Dinge. Erwäge sie vor Gott im Gebet. Stehe einen Augenblick dabei still!

 

Einfluss auf andere

Der Einfluss auf andere darf hier nicht unberücksichtigt bleiben. Ebenso wie das Essen von Fleisch unterlassen werden sollte, wenn ein schwacher Bruder sich daran stößt (Röm 14), so sollte auch keiner im Beisein von Schwachen seine vermeintliche Freiheit durchsetzen und rauchen, sondern es lassen.

Wir kennen viele, die unter Alkohol, Tabak oder andere Dinge versklavt waren. Sie haben ihre Sünden bekannt und den Herrn Jesus als ihren Retter und Erlöser kennengelernt. Unmittelbar danach haben sie ihr früheres Leben aufgegeben. Darf ich sie durch mein Verhalten nun wieder in Versuchung führen? Das gilt, wie jeder weiß, ganz besonders beim Alkohol. Aber gilt es nicht auch fürs Rauchen? Paulus ging so weit, gegebenenfalls kein Fleisch mehr zu essen, obwohl das ausdrücklich erlaubt ist.

Sehr viele Menschen in der Welt haben das Rauchen aufgegeben. Welch ein schlechtes Zeugnis, wenn Gläubige, die behaupten frei zu sein, doch rauchen! Alle Gläubigen sollten die himmlischen Kennzeichen tragen und zeigen, dass sie nicht mehr sich selbst gehören. Was wäre das für ein Zeugnis!

In diesem Zusammenhang liegt mir noch etwas auf dem Herzen. Es ist sehr wichtig für uns, dass wir uns mit den Wahrheiten der Bibel beschäftigen. Gott möge schenken, dass wir das auch weiterhin tun. Doch habe ich den Eindruck, dass die Praxis vernachlässigt wird. Sie gehört aber unbedingt dazu!

In dem bereits angeführten sechsten Kapitel aus dem ersten Korintherbrief heißt es in Vers 12: "Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles ist nützlich." Es geht nicht darum, dass man wieder in einen gesetzlichen Geist von Geboten und Verboten zurückfällt; aber wir dürfen auch nicht nur an uns selbst denken. Wir müssen unsere Mitgläubigen unbedingt mitberücksichtigen.

"... ein jeder nicht auf das Seinige sehend, sondern ein jeder auch auf das der anderen. Denn diese Gesinnung sei in euch, die auch in Christus Jesus war..." (Phil 2,4-5).

 

Einfluss auf Kinder

Viele christliche Eltern haben die größten Probleme, wenn ihre Kinder eines Tages anfangen zu rauchen. Und was kannst du sagen, wenn du selbst Raucher bist? Deine Worte sind kraftlos, wenn du deine Kinder tadelst, selber aber genauso handelst.

Du weißt schon lange, dass Rauchen nicht gut ist. Kann es dein Wunsch sein, dass deine Kinder rauchen?

Unsere Kinder müssen an uns erkennen können, wem wir gehören, sie müssen von uns lernen, was es bedeutet, dem Herrn Jesus nachzufolgen. Welche Argumente kannst du anfuhren, wenn deine Kinder dich fragen, warum du rauchst? Wenn du nicht rauchst, dann bist du in der Lage, deine Kinder vor den Gefahren des Rauchens zu warnen. Aus deinem Verhalten wird dann deutlich, dass du in Bezug aufs Rauchen der Sünde gestorben bist; und das macht Eindruck! Unsere Worte allein genügen nicht; unser Tun gehört dazu.

Falls du zu Hause rauchst, werden deine Kinder diese schlechte Luft einatmen und dadurch geschädigt werden. Auch diesen Einfluss, den du mit deinem Rauchen auf die Kinder ausübst, solltest du nicht mit einer Handbewegung abtun. Es wird viel geschrieben und gesprochen über Luftverschmutzung. Vielleicht hast du dir bewusst eine Wohnung außerhalb eines Industriegebietes gesucht. Aber wie sieht es in deinem Wohnzimmer aus?

 

Einfallstor für Drogen und Alkohol

Eine der häufigsten Formen beginnenden Drogenkonsums ist das Rauchen eines "Joints". Man mischt den Stoff unter Tabak und raucht auf diese Weise Marihuana oder Haschisch. Wenn auch das Rauchen von Tabak nicht unbedingt bedeuten muss, dass man auch härtere Sachen versucht, so besteht doch die Gefahr, und die Hemmungen sind wesentlich schwächer. Falls einem Nichtraucher ein "Joint" angeboten wird (das gilt hauptsächlich für junge Leute), wird er eine wesentlich größere Abneigung dagegen empfinden als ein Raucher. Wenn dein Kind das Rauchen von dir übernommen hat, hast du gleichsam die Schutzmauer vor deinem Haus abgebrochen (vgl. Neh 3,28); und "... wer eine Mauer einreißt, den kann eine Schlange beißen" (Pred 10,8).

In ähnlicher Weise gilt dies auch für den Alkoholkonsum. Sieh dich doch einmal um: Wo viel getrunken wird, wird auch viel geraucht. Wenn der Widerstand gegen die eine Abhängigkeit nicht vorhanden ist, fehlt er wahrscheinlich auch gegen die andere. Gewiss sind das nicht die wichtigsten Argumente, aber sie zählen doch mit.

 

Geldverschwendung

Auch um dieses Argument gegen das Rauchen kommen wir nicht herum. Wir müssen verantwortungsbewusst mit dem umgehen, was uns der Herr anvertraut. Was wir an Geld empfangen haben, muss auch gut und richtig eingesetzt werden. Wir sind nur Verwalter, und die Verwaltung muss gewissenhaft geschehen. Das ist sehr wichtig. Wagst du auszurechnen, was du monatlich fürs Rauchen ausgibst? Kannst du diesen Betrag nicht viel besser anlegen? Selbstverständlich gilt das für alle Lebensbereiche.

 

Zweifelst du noch?

Nach all den schon genannten Argumenten zweifelst du vielleicht immer noch in deinem Herzen. 'Soll ich mit dem Rauchen aufhören, oder soll ich mir aus alledem nichts machen?' Römer 14,23 sagt: "Wer aber zweifelt ..., ist verurteilt, weil er es nicht aus Glauben tut. Alles aber, was nicht aus Glauben ist, ist Sünde."

Falls du noch zweifelst, ist dein Rauchen nicht aus dem Glauben und somit eine Sünde, die du unterlassen musst. 

Denke noch einmal über das Gelesene nach. Ich nehme an, dass du das nächste Kapitel dann ebenfalls lesen und nicht nur lesen, sondern auch in die Tat umsetzen wirst.

 

4. Das Aufhören

 

Wie hört man auf?

Viele haben versucht, langsam mit dem Rauchen aufzuhören, nach und nach immer weniger zu rauchen. In gewissen Fällen ist das gelungen. Die Methoden, die in der Literatur empfohlen werden, haben alle denselben Grundgedanken: langsam mit Hilfe von Medikamenten oder ähnlichem den Tabakkonsum reduzieren und schließlich ganz einstellen.

Ich glaube, dass es für den Gläubigen eine ganz andere "Methode" gibt.

Wenn es stimmt, dass Rauchen Sünde ist (und jede Tat, die in Unabhängigkeit von Gott getan wird, ist Sünde), wenn es wahr ist, dass Rauchen in meinem Leibe nicht zur Verherrlichung Gottes beigetragen hat, sondern vielmehr zerstörend wirkt, darf ich dann, nach gründlicher Überlegung, "langsam aufhören"?

Wenn jemand stiehlt, soll man ihm dann sagen: "Hör mal langsam damit auf? Oder in einem Fall von Ehebruch: "Lass das langsam sein"?

Wenn es Sünde ist, muss ich es auch als Sünde betrachten. Dann hat auch das zu den Leiden des Herrn Jesus beigetragen. Ich muss es vor Gott bekennen und vor Seinem Angesicht erkennen, dass ich gesündigt habe. Dann wird die Angelegenheit im richtigen Licht gesehen, und das gibt die Kraft zum Aufhören. Da liegt die Lösung. Wenn ein Sünder seine Sünden bekennt, darf er dann um Hilfe bitten? Ja, und nochmals ja! Und Gott gibt Hilfe und Kraft. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass das der richtige Weg ist. Ich habe unzählige Male versucht, weniger zu rauchen. Es ging eine Zeit lang gut, aber dann kam wieder ein besonderer Anlass, und alles war wieder vorbei. Als ich jedoch erkannte, das Rauchen Sünde ist, und ich meine Sünden vor Gott bekannte, war auch Kraft da, es zu lassen. Du besitzt als Gläubiger in dieser Hinsicht viel mehr als ein Ungläubiger. Wodurch kann ein Alkoholiker frei werden? Über den Weg der Entwöhnung mag es manchmal gehen; aber wenn er den Herrn Jesus kennenlernt und sein Leben und seine Gewohnheiten in Gottes Licht sieht und seine Schuld bekennt, dann gelingt es wirklich. Gott gibt die Kraft, davon abzulassen. Wie hört man also auf zu rauchen? Abrupt, auf einmal! Es ist Gottes Wille, dass wir mit Sündigen aufhören.

 

Welche Folgen hat das?

Wenn du aufhörst zu rauchen, wird sich deine körperliche Kondition spürbar verbessern. Das weiß man auch in der Welt. Wer große körperliche Leistungen vollbringen will, wird gewöhnlich auch nicht rauchen. Aber das ist nicht die wichtigste Folge des Aufhörens.

Wenn Sünden in deinem Leben sind, wird Gott dich dann gebrauchen können? War Israel zum Segen, als es sich von Gott abwandte? Das Böse muss weggetan werden, wenn man zu jedem guten Werk geschickt sein will.

Wenn die Ungerechtigkeit weggetan ist, dann ist zwischen dir und Gott alles in Ordnung, dann gibt es kein Hindernis mehr, und die Gemeinschaft mit dem Vater wird deutlich gefühlt. Der Heilige Geist hat dann die Möglichkeit, in Seinem Tempel das zu tun, was Er will. Das ist das Ergebnis. Möchtest du das nicht gern?

Möchtest du gern ein Wegweiser für andere sein? Es sind schon Menschen den Zusammenkünften ferngeblieben, weil vor und nach dem Dienst geraucht wurde. Es sind Menschen eindeutig abgeschreckt worden durch das Rauchen von Christen. Heißt das "Wegweiser sein"? Das ist für jeden persönlich, aber auch für uns alle als Gesamtheit eine wichtige Frage.

Wie schön wäre es, wenn — auch aufgrund deines Verhaltens — andere, denen wir den Weg zur Befreiung zeigen durften, Gott dafür danken könnten! Dadurch wird Gott verherrlicht.

 

5. Einwände

 

Eine Gewohnheit

Natürlich lassen sich zu diesem Thema viele Einwände vorbringen. Sehr oft wird gesagt, Rauchen sei eine Gewohnheit und keine Abhängigkeit. Man verweist dann auf viele andere Gewohnheiten wie Kaffeetrinken und anderes. Aber: Wenn du ab heute keinen Kaffee mehr trinken dürftest, fiele dir das nicht schwer. Würdest du aber ab heute nicht mehr rauchen dürfen ...? Ich glaube, dass du den Unterschied zwischen Kaffeetrinken und Rauchen wohl empfinden wirst.

Aber auch wenn es nur eine Gewohnheit wäre, so bestünde doch die Gefahr der Abhängigkeit. Du weißt, wie schnell ein "Gewohnheitstrinker" zum Alkoholiker werden kann. Wenn du behauptest, aus Gewohnheit zu rauchen, dann teste dich einmal selbst, indem du längere Zeit nicht mehr rauchst. Du wirst dann sehen, ob es sich nur um eine Gewohnheit handelt. Wenn du nicht aufhören kannst, bist du abhängig; wenn du es aber fertigbringst aufzuhören, gibt es dann überhaupt einen Grund, wieder mit der schädlichen Gewohnheit anzufangen?

 

Andere Länder, andere Sitten

Das Rauchen wird manchmal hingestellt als besondere Eigenart eines bestimmten Landes. So wie man in Frankreich viel Wein und in Belgien viel Bier trinkt, so gehört es eben zu unserem Land (Niederlande), dass man raucht, so sagt man. Ist das eine gute Ausrede?

Die Tatsache, dass in anderen Ländern große Mengen Alkohol getrunken werden, gibt uns noch keinen Freibrief dafür, eine andere Form von Abhängigkeit gutzuheißen!

"Wir sind doch nicht mehr unter Gesetz!"

"Wir sind doch frei!" Damit will man sagen: Man kann doch das Rauchen nicht verbieten, denn dann stellt man ja Menschen wieder unter das Gesetz, und das ist gegen die Heilige Schrift. Das stimmt. Wir dürfen jedoch unsere Freiheit nicht zu einem Anlass für das Fleisch gebrauchen. Es geht hier auch gar nicht darum, jemanden das Rauchen zu verbieten, sondern vielmehr darum, das Rauchen im Licht des Wortes Gottes zu sehen. Aber du, der du behauptest, frei zu sein — bist du wirklich frei? Ist dein Rauchen nicht eine Gebundenheit? Christus hat uns frei gemacht, damit wir wirklich frei sind!

 

6. Tatsachen

Hier über Tatsachen der schädlichen Wirkung des Rauchens zu schreiben, ist überflüssig. Wir würden nur andere zitieren. Aber der Gläubige braucht das nicht mehr nach alledem, was wir gesehen haben.

Die regelmäßig erscheinenden Veröffentlichungen über die medizinischen Probleme des Rauchens und Folgeerscheinungen sprechen für sich. Noch vor kurzem las ich, dass es jährlich mehr Todesopfer durchs Rauchen als durch Verkehrsunfälle gibt. Im Straßenverkehr wird jeder gewarnt, da gibt es Regeln und Gesetze ... 

Wenn du dich trotzdem weiter über das Thema Rauchen informieren möchtest, kannst du bei einer der nachfolgenden Adressen Informationsmaterial anfordern.

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Postfach 910152
Köln

oder:

Ärztlicher Arbeitskreis Rauchen und Gesundheit e.V.
Maybachstraße 14-16
Mannheim

Du wirst nur das hier Gesagte bestätigt gekommen. Es gibt also nur eines für dich: 
Höre auf!

Gott befohlen,

D. Steenhuis

 

Einige Fragen

1. Ist mein Rauchen irgendwem nützlich? (1Kor 10,23)

2. Werde ich oder werden andere durch mein Rauchen erbaut? (1Kor 10,23)

3. Diene ich anderen damit? (1Kor 10,24)

4. Kann ich dem Herrn für mein Rauchen danken? (1Kor 10,30)

5. Rauche ich zur Ehre Gottes? (1Kor 10,31)

6. Rauche ich im Namen des Herrn Jesus? (Kol 3,17)

7. Bin ich, wenn ich rauche, im Zweifel, ob ich sündige oder ob ich es darf? (Röm 14,23)

Weitere Artikel zu dem Thema:

Ist Rauchen ein vernachlässigtes Thema? von S. Isenberg

Leitverse: Lukas 16,10; 1. Korinther 6,12

Frage:

Rauchen oder Nicht-Rauchen scheint mir im Hinblick auf die Ewigkeit bei unserem Herrn ein sehr kleines Thema zu sein. Ich meine damit, dass es durchaus wichtigere Dinge gibt, als sich darüber zu unterhalten, ob Rauchen Sünde ist oder nicht. ... (GR)

Antwort:

Lieber G.,

wenn Rauchen ein so kleines und unwichtiges Thema wäre, dann möchte ich mal etwas provokativ fragen: Warum sollte ich glauben, dass jemand es mit der Nachfolge ernst meint, wenn er nicht mal bei so einem kleinen und unwichtigen Thema (die Behauptung kommt nicht von mir!) wie dem Rauchen treu ist? [das ist wirklich sehr provokativ gefragt und die folgende Bibelstelle muss ich auch erst mal zu mir reden lassen — wir alle straucheln oft und keiner kann wohl sagen, dass es nicht Dinge in seinem Leben gibt, an denen er nicht noch arbeiten muss — ich stelle das bewusst mal so provokativ dar, damit wir erkennen, dass es eben kein kleines und unwichtiges Thema ist]

Die Bibel sagt:

Lk 16,10: Wer im Geringsten treu ist, ist auch in vielem treu, und wer im Geringsten ungerecht ist, ist auch in vielem ungerecht.

Was spricht für das Rauchen?

  1. Es ist cool.
  2. Es ist gemütlich.
  3. Es macht Spaß.
  4. Alle meine Freunde rauchen.
  5. Es schmeckt gut.
  6. .... (gibt's noch weitere Gründe?)

Meines Erachtens sind das alles Gründe, nach denen der Mensch von Natur fragt, aber nicht der Mensch mit der neuen Natur — ich sage nicht, dass man es sich nicht mal schmecken lassen darf oder Spaß haben kann oder es sich gemütlich machen darf, ich sage noch nicht mal, dass man sich nicht mal eine Zigarette, Pfeife oder sonst was schmecken lassen darf ... (wenn ich auch hier eine große Gefahr im Verzug sehe!) -, aber die neue Natur hat dieses Ziel nicht!

Was spricht gegen das Rauchen?

  1. Es stinkt.
  2. Man belastet und gefährdet unnötig seine Mitmenschen.
  3. Man gefährdet seine eigene Gesundheit.
  4. Man belastet unnötig die Umwelt.
  5. Die Zeugniskraft des Christen geht verloren
  6. Es ist in der Regel eine Sucht.
  7. Der Körper ist der Tempel des Heiligen Geistes.
  8. Man predigt, das Jesus freimacht und ist selbst gebunden.
  9. Es ist für niemanden in irgendeiner Weise nützlich.
  10. Es ist teuer (eine Packung pro Tag = ca. 1200 € im Jahr).
  11. ... (gibt es noch weitere Gründe?)

Im Übrigen sollten nicht nur Raucher sich diese Fragen stellen. Es ist ja oftmals ein Jammer, dass wir immer bei dem anderen genau wissen, was er lieber lassen sollte und für uns selbst sind wir blind (wir/ich muss zuerst den Balken bei mir selbst entfernen und dazu brauche ich auch immer wieder die Ermahnung und Ermunterung aus Gottes Wort und von Geschwistern!). Wir müssen ehrlich sein und diese Fragen auch auf andere Bereiche anwenden, dann sind die Raucher auch nicht mehr so allein ;-).

Zum Beispiel:

Was spricht für Video-/Fernsehen-/DVD-Gucken?
Was spricht für mein sinnloses Surfverhalten im Internet?
Was spricht für meinen viel zu hohen Musikkonsum (weltlicher Musik)?
Was spricht für das sinnlose SMS-Verschicken?
Was spricht für die sinnlosen Computerspiele (wo es vielleicht nur um "Ballerei" geht)?
Was spricht für die vielen Stunden Einsatz bei meiner Eisenbahn im Keller gegenüber den wenigen Stunden Einsatz im Reich Gottes?
Was spricht für mein Karrierestreben? ... (uns fällt sicher noch viel mehr ein ...)

Es mag auf manche dieser Fragen sogar sinnvolle Antworten geben, aber dann sollten wir immer noch die Frage zulassen: Wie stehen diese Dinge im zeitlichen Vergleich mit dem Dienst im Reich Gottes?

Noch ein Wort zum Thema Rauchen und Sucht

Jede Sucht ist mal per Definition Sünde. Egal ob das Alkohol, Kaffee, Schokolade oder sonst was ist. Wir sollten uns nicht wiederum unter die Knechtschaft des Fleisches bringen lassen. Der Apostel sagt einmal:

1Kor 6,12: Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles ist nützlich. Alles ist mir erlaubt, aber ich will mich von keinem überwältigen lassen.

Das gilt eigentlich für jede Sucht.

Woran erkennt man, dass es eine Sucht ist? Versuch einmal aufzuhören;-). Aber man kann sagen, dass alle Dinge, die ich immer und immer wieder vor dem Herrn bekenne, eine gewisse Sucht sind; Dinge, bei denen man wie ferngesteuert reagiert — Dinge, von denen der Herr uns gerne frei machen möchte. Hier ist Seelsorge nötig. Wir müssen uns klar machen, dass der Teufel ansonsten einen Fuß in unserer Tür hat und das ist sehr ernst und wir sollten dies wirklich fürchten. Und der Apostel sagt: "Gebt nicht Raum dem Teufel". Die Kraft dazu erhalten wir allein durch die Wirkung des Geistes. Wir müssen dem Heiligen Geist Raum geben (und dieser beschäftigt uns bekanntlich immer mit dem Herrn Jesus!). So erwähnt Paulus auch einige Verse später: "Werdet erfüllt mit dem Geist." Du hast den Geist? Wunderbar! Bist du auch erfüllt damit? (Das sind zwei unterschiedliche Dinge!)

Ich möchte mit diesen Zeilen keinem zu nahe treten, ich meine auch, dass hier nicht "draufgeschlagen" werden soll, sondern eher Seelsorge nötig ist und ein ganz weites Hirtenherz (es gibt so viel Not, die nicht an die Oberfläche kommt!). Aber wir sollten diese Dinge nicht bagatellisieren. Der Weg zum Segen beginnt immer mit Selbstgericht. "Prüfe mich Gott, ob bei mir ein Weg ist, der zu Schmerzen führt" (Ps 139,24)

Wenn jemand unter der Alkoholsucht oder anderen Süchten leidet, dann tut das so jemandem in der Regel sehr sehr leid und er möchte gerne frei werden — das ist wenigstens ein guter Ansatz (obwohl so jemand sich besser in die Seelsorge begeben sollte, um gemeinsam für eine Sache zu beten — darauf liegt eine Verheißung — siehe Matthäus 18,19!). Aber viele, viele Raucher sehen noch nicht einmal ein, dass sie unter einer Sucht leiden und das ist wirklich traurig.

weitere Artikel zu diesem Thema:

Rauchen - ein Tabuthema unter Christen? von D. Schürmann

 Inhalt

1. Kontinuierliches Rauchen ist für Christen eine sündige Gebundenheit

2. Kontinuierliches Rauchen ist oft eine Sünde gegen den Mitmenschen

3. Rauchen gefährdet Ehen

4. Hilfe

5. Wenn Hilfe abgelehnt wird

6. Zur Ehre Gottes leben

Immer wieder erreichen uns E-Mails zum Thema „Rauchen“. Auch im sozialen Umfeld werden wir immer wieder mit diesem Thema konfrontiert.

Obwohl wir bereits zwei Artikel zu diesem Thema veröffentlicht haben [1], möchten wir in diesem Artikel auf vier Aspekte eingehen, die uns besonders wichtig sind und die teilweise vielleicht noch nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Alle Leser, die Schwierigkeiten haben, die Schlussfolgerungen in diesem Artikel nachzuvollziehen, sollten unbedingt wenigstens den Artikel „Warum Rauchen?“ lesen.

 

1. Kontinuierliches Rauchen ist für Christen eine sündige Gebundenheit

 

Das klingt selbst für viele Nichtraucher hart. Dennoch müssen wir genau das einmal erkennen. Wer als Christ seinen Körper wider besseres Wissen in einer solchen Abhängigkeit hält (vgl. 1Kor 6,12) und auf Dauer schädigt (vgl. 1. Thes. 5,23) — das gilt übrigens nicht nur durch Rauchen —, der handelt gegen Gottes Vorsatz für unseren Körper. Der Christ sollte mit seinem Körper, der ein würdiger Tempel für den Heiligen Geist sein sollte (1Kor 6,19), Gott verherrlichen (Röm 12,1).

Vielen fällt es sehr schwer, Rauchen als Sünde zu sehen. Rauchen wird dann oft nicht als Sünde benannt, sondern als „Schwachheit“ kaschiert oder mit anderen Ausdrücken beschönigend umschrieben. Eine Sünde, die immer wieder getan wird, ist sogar noch mehr als eine Sünde — sie ist eine sündige Gebundenheit (Röm 6,20-21). So etwas hindert das Wirken des Heiligen Geistes im Leben des Gläubigen außerordentlich, so wie jede andere Sünde und jede andere sündige Gebundenheit auch. Der Dienst für Gott wird beschwert oder sogar unglaubwürdig. Wer anderen predigt, dass Christus frei machen und Veränderungen bewirken kann, und selbst nicht vom Rauchen loskommt — welchen Wert haben seine Worte noch? Jeder normale Mensch würde sagen: Der soll erst einmal seine eigenen Gebundenheiten in den Griff bekommen.

Wenn es sich um sexuelle Gebundenheit oder um Alkoholismus handelt, dann haben wir keine Mühe, diese Dinge als Sünde zu entlarven. Beim Rauchen sieht es dagegen ganz anders aus. In vielen kirchlichen Kreisen ist Rauchen eigentlich ganz „salonfähig“. Von der Kanzel sagt kaum einer etwas gegen das Rauchen. Das hängt zum Teil mit der Geschichte dieser Kreise zusammen. Die „Väter“ haben schließlich auch geraucht — kann man dann hören. So schrieb uns jemand vor einiger Zeit: „Es ist die persönliche Sache des Einzelnen, ob er raucht oder auch nicht. Kann mich sehr gut daran erinnern, gelesen zu haben, dass alte Brüder (z.B. Bruder Soundso) eine gute Zigarre geschmaucht haben.“ In vielen Köpfen ist es zutiefst verwurzelt, dass Rauchen nicht so schlimm sein könne, weil die „Brüder“ oder die „Väter“ das gemacht haben. Vergessen wir aber nicht, dass die „Alten“ — ganz anders als wir — zu einer Zeit lebten, als man noch nicht so viel über die gesundheitlichen Schäden des Rauchens wusste. Das kann man den „Vätern“ als Entschuldigung zugutehalten. Dennoch bleibt es aber eine Tatsache, dass auch viele unserer „Väter“ an das Rauchen gebunden waren, und darum sollten wir uns fragen, ob es nicht notwendig wäre, endlich einmal auch die Sünden der „Väter“ zu bekennen (Klgl 5,7; Dan 9,15; Neh 1,6; Esra 9,5-7).

 

2. Kontinuierliches Rauchen ist oft eine Sünde gegen den Mitmenschen

 

Natürlich ist nicht jeder, der „mal“ eine Zigarre raucht, gleich süchtig und körperlich abhängig. Vergessen wir aber nicht, dass er zweifellos nicht nur ein schlechtes Vorbild, sondern vielleicht sogar ein Fallstrick für andere Christen ist, die in ihrem Glaubensleben schwach oder vielleicht erst jung bekehrt sind. Vielleicht verführt ein Raucher damit (Röm 14,13.15b) — ungewollt — einen jungen oder schwachen Christen in die Abhängigkeit (Jak. 1,15) und wird sich einmal vor Gott dafür verantworten müssen, dass er nicht zum Guten, sondern zum Schlechten ein„Vorbild“ gewesen ist.

Außerdem gefährdet Rauchen nicht nur die eigene Gesundheit, sondern auch die der anderen, die in der Gegenwart eines Rauchers notgedrungen „mitrauchen“ müssen (hier könnten wir z.B. auch an die Gefährdung von Babys im Mutterleib durch rauchende Mütter und Väter denken). Mancher Raucher sagt: Was geht euch meine Gesundheit an?! — Aber geht sie den Nichtraucher wirklich nichts an? Gerade die hohen Krankenkassenkosten kommen nicht zuletzt dadurch zustande, dass durch das Rauchen ein erhöhtes Krebsrisiko besteht und die späteren Behandlungen auch durch die Nichtraucher finanziert werden müssen. [2]

Unsere Gesetzgebung hat insbesondere in der letzten Zeit in Deutschland aufgezeigt, wie sehr Mitmenschen durch Raucher belästigt und sogar gesundheitlich beeinträchtigt werden. Nicht umsonst ist Rauchen jetzt an vielen öffentlichen Plätzen und Orten verboten, wie in vielen anderen Ländern Europas auch. Doch wie viele Christen sind völlig gleichgültig gegenüber dem, was sie ihren nicht rauchenden Ehepartnern oder Kindern zu Hause antun. Das geht so weit, dass solch ein Verhalten sogar eine Ehe gefährden kann.

 

3. Rauchen gefährdet Ehen

 

Es bleibt fast nicht aus, dass es irgendwann zu größeren Eheproblemen führt, wenn nur ein Partner raucht. Es mag sein, dass es Frauen und Männer gibt, denen es nichts ausmacht, wenn der Ehepartner raucht. Aber die Regel ist das sicher nicht. Wenn zwei Menschen sich ineinander verlieben, dann schaut man schnell über einige Punkte beim anderen hinweg. Ist man erst verheiratet, lernt man sich besser kennen, und es muss sich beweisen, ob die Liebe so groß ist, dass sie wirklich bereit ist, ohne die rauschende Verliebtheit der Anfangsphase alles am anderen zu lieben. Das wird nur in den allerwenigsten Fällen wirklich möglich sein.

Wenn man frisch verliebt ist, dann mag man über das Rauchen des Partners hinwegsehen, aber wenn man dann im Laufe einer Ehe ständig das Gefühl hat, einen „Aschenbecher küssen zu müssen oder von einem Aschenbecher geküsst zu werden“ (Zitat aus einer Zuschrift), dann können diese scheinbaren Kleinigkeiten zu einem riesigen Eheproblem werden. Oftmals wagt der (suchtfreie) Partner nicht, seine Unzufriedenheit auszudrücken und es dem Partner ganz offen und ehrlich zu sagen. Er hat Angst vor dem Kommentar: Aber das hat dich doch noch nie gestört? Das hast du doch immer in Liebe ertragen usw. Warum bist du denn plötzlich so empfindlich?

Es wäre extrem rücksichtslos, wenn der Raucher für diese spezielle Sünde und die Belästigung der Familie Verständnis und Rücksicht vom anderen nicht nur wünscht, sondern sogar einfordern wollte. Ein Ehepartner, der zum Beispiel merkt, dass der andere wirklich versucht, von seiner Sucht frei zu werden, wird keine Mühe haben, ihn dafür zu lieben und ihn zu tragen und ihm immer wieder zu helfen, wenn es einen Rückfall gegeben hat. Aber wer vom anderen verlangt, ihn auch mit seiner Sucht zu lieben, handelt völlig unchristlich, und sollte sich einmal fragen, wie es um seinen Glauben und seine Beziehung zu Gott eigentlich bestellt ist.

In einer E-Mail schrieb uns eine verzweifelte Frau:

Der kleine Mann, der raucht, klagt auch über Geldmangel und zu viel Arbeit. Es ist ein wahrer Teufelskreis, der da entsteht. Die Ehefrau küsst einen, der riecht wie ein Aschenbecher, schläft neben dem, der so riecht, und soll den umarmen, der so riecht, auch wenn er zornig wird, weil sein Verständnis von den Dingen der Welt nicht klappt. Da schwindet die Liebe mehr und mehr. Man bemerkt richtig deutlich die Macht Satans in der Ehe, auch wenn man sich im Glauben mit der Kraft voller Liebe dagegenstemmt.
Das nur als Hinweis. Das Rauchen ist schlimmer als nur Sucht und Geldverschwendung, als Verführung der Kinder und kein gutes Zeugnis. Es ist ein Gift, das viel tiefer dringt als bis in die Lunge des Rauchers.

 

4. Hilfe

 

Wir möchten versuchen, eine Hilfe anzubieten für solche, die dem Rauchen den Kampf ansagen wollen, und zeigen, wie eine Lösung aussehen kann.

Zunächst möchten wir hier betonen, dass es zwischen einem Raucher, der Christ ist, und einem Raucher, der ein Weltmensch ist, einen großen Unterschied gibt. Der Christ, der frei gemacht wurde, um seinen Leib als geistliches Schlachtopfer für Gott anzubieten (Röm 12,2), hat ein weitaus größeres Problem mit dem Rauchen als ein Weltmensch. Der Weltmensch hat es nur mit seiner Gesundheit und ggf. mit seinen Mitmenschen zu tun, die er vergiftet. Der Christ vergiftet nicht nur diese und auch sich selbst, sondern in erster Linie seine Beziehung zu Gott. Und dieses Problem ist viel größer als das erstere. Daher sind wir auch zutiefst überzeugt, dass „weniger“ der Gebundenheit nachzugeben niemals der Weg für einen Christen ist, davon frei zu werden, sondern dass es für einen Christen nur einen Weg gibt, wirklich von einer Gebundenheit frei zu werden. Dieser Weg ist die Buße. [3] (Vergleiche 2. Korinther 7,9.) Ohne Buße geht es nicht. 

Welche Etappen dieser Weg hat, wollen wir nun aufzeigen:

Der Wille und das Verlangen, das Rauchen aufzugeben, muss vorhanden sein (vgl. Röm 7,19).

Rauchen sollte als das bezeichnet werden, was es ist: Sünde und Gebundenheit. Es hilft nichts, Rauchen als Bagatelle abzutun — so wird Heilung nie möglich sein (Ps. 32,3-4).

Das Nächste ist Beugung und Bekenntnis vor dem Herrn, so lange in der Sünde gelebt zu haben. Das fällt noch schwerer, ist aber genauso nötig (Ps 32,5).

Die Sünde des Rauchens sollte vor dem Herrn und auch vor dem Ehepartner und der Familie bekannt werden, denn man hat die Familie in gesundheitliche Gefahr gebracht und war für die Kinder ein schlechtes Vorbild. Es gilt zu bekennen, dass man damit die Ehe auf die Probe gestellt und dem Ehepartner auch emotionales Leid zugefügt sowie das Familieneinkommen nicht in Übereinstimmung mit Gottes Gedanken ausgegeben hat. Als Eheleute sollte man die Freiheit haben, miteinander über jedes Problem zu sprechen. Es sollte zu den grundsätzlichen Verpflichtungen beider Seiten gehören, dass man sich alles sagen kann, ohne vom Ehepartner als lieblos angesehen zu werden. Ebenso muss die Bereitschaft da sein, auch vor den Kindern die eigenen Sünden, die mit den Kindern zu tun haben (wie z.B. beim Rauchen) zu bekennen (Jak 5,16).

Man trifft den festen Vorsatz, nie wieder zu rauchen (Spr 28,13)!

Alles wegwerfen, was mit dem Rauchen zu tun hat: Feuerzeuge, Zigarettenschachteln, Aschenbecher. Alles meiden, was einen dazu gebracht hat zu rauchen: z.B. Gespräche mit Kollegen, die rauchen (Mt 5,29).

Der Gang zum Arzt. Dort das Bekenntnis: Ich bin süchtig. Ich kann mir alleine nicht helfen. Bitte helfen Sie mir (Lk 15,17).

Der Gang zum Herrn mit der Bitte: Herr, ich schaffe es nicht, aus eigener Kraft das Rauchen zu lassen, Herr hilf du mir, dass ich nicht mehr rauche und mich von dem Heiligen Geist leiten lasse (vgl. Röm 7,23-24; 8,12-15).

Vielleicht wundert sich der ein oder andere über die Reihenfolge. Ganz besonders, dass die Bitte zum Herrn um Hilfe erst als letzter Punkt kommt. Wir sind davon überzeugt, dass, wenn man nur einen der vorherigen Schritte auslässt, der letzte Schritt nicht helfen wird. Der Herr wird uns erst dann helfen, wenn wir ganz unten sind und nichts mehr vorgeben. Deswegen sind die anderen Schritte alle so unabdingbar. Es ist wie bei unserer Bekehrung zum Herrn: Auch für den verlorenen Sohn gab es erst Hilfe, als er ganz unten angekommen war. Der Vorsatz „Ich werde das Rauchen immer mehr einschränken“ oder „Demnächst höre ich auf“ und alle möglichen Entschuldigungen, die das Ganze relativieren — sie alle verhindern nur eine Heilung.

 

5. Wenn Hilfe abgelehnt wird

 

Wir wünschen allen Rauchern unter den Christen, dass sie den oben aufgezeigten Weg gehen wollen.

Leider verdrängen viele dieses Thema. Das ist leider oftmals typisch für Raucher, wie Wissenschaftler jetzt nachgewiesen haben. In einem Artikel auf Spiegel-Online [4] heißt es hierzu:

Die Forscher schließen daraus, dass Raucher die Konsequenzen alternativer Handlungen nicht einschätzen und sie daher in ihren Entscheidungen unberücksichtigt lassen. Übertragen auf den Tabak-Konsum bedeutet das: Zündet sich ein Raucher den Glimmstängel an, so wird diese Entscheidung dadurch begünstigt, dass seine Denkprozesse die gesündere Alternative — nämlich gar nicht erst zu rauchen — systematisch ausblenden.

Ein Süchtiger spürt Korrektur vielfach nicht mehr. Der Autor der Sprüche beschreibt dieses Verhalten eines anderen, der sich einem Sucht- bzw. Rauschmittel hingibt [5], folgendermaßen: „Man hat mich geschlagen, es schmerzte mich nicht; man hat mich geprügelt, ich fühlte es nicht. Wann werde ich aufwachen? Ich will es wieder tun, will ihn nochmals aufsuchen“ (Spr 23,35). Für Christen ist es sehr gefährlich, solch ein Thema, das die Beziehung zu Gott so betrifft, zu verdrängen.

Nebenbei, auch die Mitgeschwister haben hier die Aufgabe, ernstlich auf einen solchen Christen einzugehen, indem sie ihm seine Sünde deutlich machen und ihm auf dem Weg der Heilung helfen. Wenn jemand Buße und Heilung jedoch bewusst ablehnt oder diesem Thema gegenüber trotz Warnung gleichgültig bleibt, muss dieses Thema eine Frage der Gemeindezucht werden — jedenfalls wäre das unseres Erachtens der schriftgemäße Weg.

Es ist hier nicht der Raum, um auf das Thema Gemeindezucht näher einzugehen. Doch möchten wir hier so viel dazu sagen, dass Gemeindezucht bei der persönlichen Seelsorge — also der liebevollen Sorge um eine Seele — beginnt. Bei erfolgloser Behandlung und weiterer Gleichgültigkeit bezüglich des Problems kann ein öffentlicher Tadel (1Tim 5,20) oder eine Bezeichnung — sprich: das öffentliche Abwenden vor allen (2Thes 3,14) [6] — und in ganz besonders harten Fällen auch ein Ausschluss aus der Gemeinschaft der Kinder Gottes die Folge sein (insbesondere wenn es sich um einen Vielraucher handelt, der vor der Gemeinde und vor den Kindern raucht, die Gesundheit aller gefährdet, durch sein schlechtes Vorbild andere möglicherweise zur gleichen Sünde verführt und sich nicht einsichtig zeigt, dass Rauchen eine ernste Sünde darstellt).

Wir wissen, dass das für viele Christen und Gemeinden jetzt sehr hart klingen mag, aber wenn man nur einen Moment darüber nachdenkt, dass man für andere Süchte (Alkoholismus, Pornografie usw.) genau diesen Weg beschreiten würde, und wenn man zudem bedenkt, dass, wie oben aufgezeigt, auch die Sucht des Rauchens eine sündige Gebundenheit ist, dann ist Gemeindezucht als Maßnahme sicher nicht zu hart, sondern eine normale und schriftgemäße Vorgehensweise. Das setzt natürlich voraus, dass in der Gemeinde selbst über diesen Punkt Klarheit besteht. Wenn insbesondere die hauptverantwortlichen Brüder in diesem Punkt nicht klarsehen, sind hier die ersten Gespräche notwendig, um eine grundsätzliche Veränderung des Denkens herbeizuführen.

 

6. Zur Ehre Gottes leben

 

Selbst wenn ein Leser das Rauchen als „nicht so schlimm“ empfindet, wie wir das hier in unserem Artikel tun — dürfen wir uns als Kinder Gottes Dinge „leisten“, von denen wir wissen, dass sie nicht gut sind, bloß weil wir sie für „nicht so schlimm“ halten? Als Kinder Gottes sollten wir unser Leben zur Ehre Gottes leben wollen, das heißt, all unsere Worte und unser Tun sollten zu Seiner Ehre sein: „Ob ihr nun esst oder trinkt oder irgendetwas tut, tut alles zur Ehre Gottes“ (1Kor 10,31). Können wir wirklich sagen, dass wir zu Gottes Ehre rauchen? Und können wir es uns leisten, im Hinblick auf Seine baldige Wiederkunft schwache Zeugen und schlechte Vorbilder für unsere Mitgeschwister und die Menschen in der Welt zu sein? Sollte nicht auch wir sagen können: „Deshalb beeifern wir uns auch, … ihm [unserem Herrn] wohlgefällig zu sein“ (2Kor 5,9)? Sollten wir nicht vielmehr verwandelt werden durch die Erneuerung des Sinnes, dass wir prüfen möchten, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist (Röm 12,2)?

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Fußnoten:
[1] http://www.soundwords.de/artikel.asp?id=410
http://www.soundwords.de/artikel.asp?id=1001
[2] Das gilt natürlich nicht nur für das Rauchen.
[3] Grundsätzlich ist dieser Weg übrigens auf viele andere Gebundenheiten genauso anzuwenden.
[4] http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,538932,00.html
[5] Trunkenheit.
[6] http://www.soundwords.de/artikel.asp?id=58
http://www.soundwords.de/artikel.asp?id=1190